„Als Hemingway mich liebte“ von Naomi Wood

Inhaltsangabe

Im Sommer 1926 fahren Hemingway und seine Frau Hadley von Paris in ihr Haus in Südfrankreich. Sie verbringen ihre Tage mit Schwimmen, Bridge, Drinks und Hadleys bester Freundin Pauline. Dass sie zugleich Hemingways Geliebte ist, scheint Mrs. Hemingway Nr. 1 in Kauf zu nehmen – vorerst. Bald ist klar: Weder sie noch Pauline wird die letzte Ehefrau sein.
Basierend auf Briefen und anderen authentischen Quellen beschwört Naomi Wood nicht nur die immer wieder scheiternden Ehen des Schriftstellers herauf, sondern auch die Atmosphäre in den Kreisen der Bohème jener Zeit. Eine tragische, herzzerreißende, großartig erzählte Geschichte über das Scheitern vierer Frauen an einem charismatischen Mann und erfolgreichen Schriftsteller.


Hemingway und seine vier Ehefrauen sind das Thema des Romans „Als Hemingway mich liebte“ von Naomi Wood. Die Autorin hat sich bei der Recherche unter anderem auf den Inhalt von Briefen gestützt, dennoch ist es keine Biographie, sondern ein Roman.

Der Roman ist in vier Teile unterteilt, die jeweils eine der Ehen gewidmet sind. Es beginnt natürlich mit der Ehe zwischen Ernest und Hadley, wobei schon von Anfang des Romans an eine dritte Person mit involviert ist: Fife. Ernest und Hadley haben sich in Amerika kennen gelernt, leben aber zusammen in Paris. Ihr gemeinsamer Sohn erkrankt bei einem Urlaub und sie werden von ihren Freunden in Quarantäne geschickte – doch nicht nur die Kleinfamilie Hemingway geht in Quarantäne, sondern mit ihnen auch Hadleys beste Freundin und Ernests Affäre Fife.

Der zweite Teil widmet sich dann der Ehe zwischen Fife und Ernest Hemingway, wobei natürlich auch die Exfrau Hadley immer wieder eine Rolle spielt und sich an frühere Zeiten zurück erinnert wird. Die Ehe zwischen den beiden ist hauptsächlich geprägt von Hemingways Schreiben und es war für mich interessant zu sehen, welche Parallelen und Unterschiede es zwischen der ersten und der zweiten Ehe des Schriftstellers zu sehen waren.

Danach folgt die eher kurze Ehe mit Martha, einer jungen Reporterin, die für Ernest wohl offensichtlich zu ambitioniert war. Im Gegensatz zu seinen ersten beiden Frauen, legt die dritte Mrs. Hemingway einen beruflichen Eifer an den Tag und lässt sich auch nicht von ihrem Mann einschränken. Das hat mir gefallen.

Die letzte Ehefrau war Mary, die mit Ernest am längsten verheiratet war. Zu dem Zeitpunkt hatte er aber schon so sehr mit Depressionen zu kämpfen, dass Mary oft nur noch die negativen Seiten ihres Ehemanns zu spüren bekommen hat.

Das Buch ist unaufgeregt und ruhig verfasst und lässt sich daher gut lesen. Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, als Betrachterin mit bei den verschiedenen beschriebenen Szenen dabei zu sein. Daher ist es auch kein Wunder, dass ich natürlich eine der Frauen mehr mochte als die anderen: Hadley, die erste. Dennoch mochte ich den Roman natürlich als Ganzes.

Er wirkte erst betreten, dann wurde er wütend, weil sie dieses Thema angeschnitten hatte. Ihr war klar gewesen, dass er so reagieren, dass er versuchen würde, ihr die Schuld in die Schuhe zu schieben – als wäre sie die Architektin dieser Affäre, indem sie sie zur Sprache brachte.
Seite 33f

Fazit und Empfehlung

Ein gut geschriebener, kurzweiliger Roman rund um Ernest Hemingway und die vier Frauen in der Rolle der Mrs. Hemingway.

Fakten

Titel: Als Hemingway mich liebte
Autorin: Naomi Wood
Übersetzer: Gerlinde Schermer-Rauwolf und Robert A. Weiß
Verlag: Hoffmann und Campe
Reihe: nein
Seitenzahl: 366
Erscheinungsjahr: 2016
ISBN: 978-3-455-40559-0
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