„Das dänische Mädchen“ von David Ebershoff

Den Roman „Das dänische Mädchen“ habe ich zu Weihnachten von Daniel geschenkt bekommen. Auf die Wunschliste kam es, nachdem eine Freundin von dem Buch geschwärmt hatte. Worum es geht und wie es mir gefallen hat, erfährst du in der heutigen Rezension.

Inhaltsangabe

Kopenhagen 1925. Der dänische Landschaftsmaler Einar Wegener führt mit seiner Frau Greta, ebenfalls eine Malerin, ein bewegtes Künstlerleben und eine glückliche Ehe. Bis Greta ihren Mann bittet, in Frauenkleidern für sie Modell zu stehen: Einar verwandelt sich in „Lili“, und schon bald ist seine Rolle als Frau mehr als nur ein Spiel. Schließlich steht Greta vor der Frage, was man tut, wenn der Mensch, den man liebt, plötzlich ein ganz anderer ist. Goldmann

Schon nach ein paar Sätzen war mir klar, dass der Roman „Das dänische Mädchen“ ein besonderer und außergewöhnlicher ist, schließlich wird Transsexualität eher selten thematisiert – und dann auch vor allem nicht in den 1920ern. Der Autor David Ebershoff hat sich bei der Entstehung des Romans an die Realität gehalten, aber dennoch die künstlerische Freiheit genutzt, sodass die Erzählung als fiktiv anzusehen ist. Die Geschichte um Einar und Greta Wegener – und damit auch um Lili Elbe – ist sehr flüssig und klar geschrieben, sodass ich beim Lesen nur so hindurch flog. Sie ist unterteilt in vier Teile, die an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten spielen. Die Unterteilung erfolgte aber aufgrund inhaltlicher Unterschiede.

Wir begegnen Einar und Greta zuerst 1925 in Kopenhagen. Die beiden sind in ihrer Wohnung und Greta muss das Porträt einer Opernsängerin fertigstellen. Diese kann aber wieder einmal nicht zum Modellstehen kommen und so bittet Greta ihren Mann, die Schuhe und Strumpfhosen der Sängerin anzuziehen. Einar ziert sich erst, aber steht seiner Frau dann doch Modell. Um das Porträt zu Ende bringen zu können, muss Einar noch einige Male in die Rolle der Opernsängerin Anna schlüpfen und bald wird den beiden klar, dass Einar Gefallen daran gefunden hat und nun immer öfter seine weibliche Seite zeigen möchte.

Dass das Ehepaar Wegener der weiblichen Seite Einars den Namen Lili gibt, macht es den beiden einfacher, über die Tatsache zu sprechen, dass Einar transsexuell ist. Über eine lange Zeit hinweg reden die beiden über Lili, als wäre sie eine für sich gestellte, dritte Person. Und sicherlich ist es gefühlsmäßig auch genauso gewesen. Denn Einar sagt selbst immer wieder, dass eine zweite Person in seinem Körper wohnt. Lili und Einar teilen sich zwar viele Dinge, jedoch gibt es Erinnerungen, an die sich nur eine der beiden Personen erinnern kann.

„War Lili hier?“ Greta fühlte sich zu der Frage gedrängt, denn sie wusste, Einar selbst würde davon nicht anfangen.
„Eine Stunde. Etwas weniger. Riechst du sie nicht? Ihr Parfüm?“
[…]
Greta wusste nicht, was sie sagen sollte, sie wusste nicht, was ihr Mann von ihr erwartete. „Kommt sie wieder?“
„Nur wenn du es willst“, sagte Einar, ihr den Rücken zuwendend.
Seite 35

Mit jedem neuen Kapitel war ich gespannt darauf, wie sich Lili nun weiterentwickeln wird. Auch die Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren und vor allem auch zwischen Greta und Lili wuchsen immer weiter und wurden enger. Irgendwann hatte ich das Gefühl, ich wäre ein Teil dieses inneren Zirkels, mit dem Lili ihr Geheimnis geteilt hat. Besonders angetan hat es mir Greta, die ihren Mann bedingungslos liebt und noch vor ihm weiß, dass er eine Frau ist. Greta unterstützt Einar und Lili mit allem, was ihr zur Verfügung steht, und ich habe viel Respekt für sie gehabt.

Fazit und Empfehlung

„Das dänische Mädchen“ hat mich sehr fasziniert und ich habe mir beim Lesen viele Notizen und Anmerkungen zwischen den Zeilen gemacht. Ein passendes Zitat herauszufinden war gerade nicht einfach, da ich so viele Sätze unterstrichen habe. Die Geschichte ist angelehnt an die wahre Geschichte von Lili Elbe und ihrer Frau Greta und ich bin nun neugierig, wie es nun wirklich damals Lili als Transfrau erging .

Fakten

Titel: Das dänische Mädchen
Autor: David Ebershoff
Übersetzer: Werner Schmitz
Verlag: Goldmann
Reihe: nein
Seitenzahl: 381
Erscheinungsjahr: 2016
ISBN: 978-3442472796
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