„Die Gestirne“ von Eleanor Catton

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Rezension

buchhandel.de fraencisdaencis.deÜber Eleanor Cattons Roman „Die Gestirne“ hatte ich viel Gutes gehört, sowohl von deutschen Literaturblogger_innen als auch von englischsprachigen. Und obwohl der Klappentext mir nicht ganz zugesagt hat, siegte dann doch die Neugier und ich fragte das Buch beim Verlag als Rezensionsexemplar an. Ob das Buch mir gefallen hat oder nicht, erfährst du heute in der Rezension. Viel Spaß beim Lesen!

In einer Hafenstadt an der wilden Westküste Neuseelands gibt es ein Geheimnis. Und zwei Liebende, die einander umkreisen wie Sonne und Mond.

Als der Schotte Walter Moody im Jahr 1866 nach schwerer Überfahrt nachts in der Hafenstadt Hokitika anlandet, trifft er im Rauchzimmer des örtlichen Hotels auf eine Versammlung von zwölf Männern, die eine Serie ungelöster Verbrechen verhandeln. Und schon bald wird Moody hineingezogen in die rätselhaften Verstrickungen der kleinen Goldgräbergemeinde, in das schicksalhafte Netz, das so mysteriös ist wie der Nachthimmel selbst.btb Verlag

In dem 1040 Seiten umfassenden Roman „Die Gestirne“, geschrieben von Eleanor Catton, geht es in erster Linie um eine lose Ansammlung an Personen, deren Geschichten allesamt miteinander auf die eine oder andere Art und Weise verknüpft sind. Wie genau die Handlungsstränge zusammenhängen, entwirrt sich erst nach und nach, doch am Ende hatte ich ein vollendetes Bild der Erzählung vor meinen Augen.

„Irgendetwas ging vor sich; davon war er auf einmal überzeugt. Balfour spielte eine Rolle, die mit den anderen abgesprochen war. Er sondierte das Terrain, dachte Moody. Aber zu welchem Zweck? Hinter dem Dauerbeschuss der Fragen verbarg sich ein System, eine Absicht, von Balfours leutseligem Auftreten, seiner einnehmenden und ungestümen Art geschickt kaschiert. Die anderen lauschten aufmerksam, mochten sie noch so beiläufig in ihren Zeitungen blättern oder sich schlafend stellen. Mit dieser Erkenntnis schien der Raum sie unvermittelt zu erhellen, so wie eine zufällige Ansammlung von Sternen sich vor dem Auge zu einem Sternbild fügt.“ Seite 45

Ein Netz aus Handelnden und Handlungen rund um die neuseeländische Goldgräberstadt Hokitika

Es beginnt damit, dass der Neuankömmling Walter Moody sich einen entspannten Abend im Raucherzimmer seines Hotels machen will – und dabei ungewollt eine Versammlung von zwölf Männern stört. Nach und nach erfuhr ich beim Lesen gemeinsam mit Moody, was die Herren zusammengeführt hat, und versuche mit den Handelnden die Geschichte rund um Anna, Colbie Wells, Francis Carver und Emery Staines zu entwirren und verstehen. Insgesamt passiert nicht wirklich viel – und das, was geschieht, wird immer wieder neu erzählt – und dennoch (oder vielleicht gerade deshalb) war das Buch auf seine Art sehr spannend. Ich hatte auf keiner der 1040 Seiten rund um die Goldgräber, Politiker, Huren und Einwohner von Hokitika das Gefühl, dass die Geschichte nun langwierig oder gar langweilig wird.

Eleanor Catton hat eine wahnsinnig schöne Art zu Schreiben

Der Schreibstil von Eleanor Catton hat mir unglaublich gut gefallen; er war außergewöhnlich, bildhaft, ausschweifend und überaus passend für die Geschichte rund um die bunt zusammengewürfelte Gruppe an Menschen, die die Handlung des Romanes ausmachen. Zwischenzeitlich habe ich ganze Textpassagen noch einmal gelesen, einfach weil ich ihre Schreibweise so gut, manchmal regelrecht faszinierend fand.

„Weder die lästigen Unterbrechungen noch Balfours ausschweifende Art des Erzählens wären es wert, wortwörtlich wiedergegeben zu werden. Wir wollen ihre Makel tilgen und der übereilten Chronik des unsteten Geistes unseres Schiffsspediteurs eine strenge Ordnung auferlegen; mit unserem eigenen Mörtel wollen wir die Risse und Spalten dieser irdischen Erinnerungen ausbessern und das, was in einsamer Erinnerung nur als Ruine existiert, auferstehen lassen.“ Seite 69

Zum Schluss kann ich nur folgendes Fazit ziehen: Dieses Buch ist lesens- und empfehlenswert! Die Autorin schafft es, bei einer langweilig erscheinenden Geschichte die Spannung auf 1040 Seiten zu halten, erschuf vielseitige Charaktere und einen ansprechenden Rahmen für die Handlung.

Titel: Die Gestirne
Autorin: Eleanor Catton
Übersetzerin: Melanie Walz
Verlag: btb Verlag
Reihe: nein
Seitenzahl: 1040
Erscheinungsjahr: 2015
ISBN: 9783442754793
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2 Kommentare

  1. Ich liebäugle ja auch total mit dem Buch. Aber die über 1000 Seiten Schrecken mich total ab :o Huch.. Ob ich das schaffe? Ich mag ja auch das Cover. Es sieht so elegant und toll aus (: Trotz der Schlichtheit wirkt es total :) Ein Buch. dass mir momentan nicht aus dem Kopf geht. Vielleicht darf es wohl wirklich bald bei mir einziehen ;) Danke für eine so tolle Rezension (:

    • fraencisdaencis sagt

      Die 1040 Seiten sind durchgehend interessant, also kann ich das Buch dir wirklich empfehlen! Ich kann aber verstehen, dass das erstmal abschreckend wirkt, weil es wirklich dick ist. Ich persönlich mag jedoch dicke Schinken, von daher ist es für mich kein Problem. Gerne :)

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