„Die Kanzlerin. Eine Fiktion“ von Konstantin Richter

Passend zur anstehenden Bundestagswahl habe ich den Roman „Die Kanzlerin. Eine Fiktion“ von Konstantin Richter aus dem Kein und Aber Verlag gelesen. Auf nur 176 Seiten beschäftigt sich der Autor mit der Frage, wie seine Romanfigur mit der Flüchtlingskrise zurecht kommt.

Inhaltsangabe

Was geht im Kopf der Kanzlerin vor? Und was hatten Kohlrouladen und die Opern von Wagner mit ihrer Flüchtlingspolitik zu tun? Dieses Buch lässt Angela Merkel als tragikomische Figur von Shakespeare’schem Format lebendig werden. Überraschend, scharfzüngig und äußerst amüsant. Kein und Aber

Rezension

Die Geschichte beginnt im Sommer 2015. Die Kanzlerin schaut sich bei den Bayreuther Festspielen „Tristan und Isolde“ an, ihre Lieblingsoper. Schon während der ersten Seiten erhält man einen Einblick in die Gedankenwelt der Kanzlerin als Romanfigur. Der Autor zeigt sie über den Zeitraum eines Jahres, während der „Flüchtlingskrise“ in Deutschland. Dabei zeichnet er ein Bild der Kanzlerin, welches in meinen Augen so gar nicht zu ihr passt. Konstantin Richter verpasst ihr Gedanken eines Schulmädchens und vergleicht sie auch mit einem solchen. Viele der dargestellten Gedankengänge zur Politik passten ebenfalls nicht ins Bild.

Wenn die Kanzlerin und die Büroleiterin über den EU-Kommissionschef („nett, aber nur, wenn er nüchtern ist“), den britischen Premierminister („ein schrecklicher Snob“) und den französischen Präsidenten („ein Pfau, und nicht mal ein schöner“) herzogen, dann hatten sie etwas von zwei klugen, aber nicht so gut aussehenden Schulmädchen, die sich über die gutaussehenden, aber nicht so klugen Jungs mokierten.

S. 99 aus „Die Kanzlerin. Eine Fiktion“

Auch der Schreibstil gefiel mir nicht wirklich. Oft wirkten die Sätze zu bemüht und sie strotzten nur so vor Klischees. Der Mann der Kanzlerin wurde fast ausschließlich nur mit seinem Nachnamen erwähnt, obwohl die Geschichte ein Gedankenmonolog der Kanzlerin ist.

Es gab keinen Grund mehr, einen Bogen um jenes Restaurant zu machen, in dem sich Sauer so wohlfühlte wie in keinem anderen. Und der Kanzlerin war wichtig, dass sich Sauer wohlfühlte. Sie war an diesem Abend auf einen fröhlichen Sauer angewiesen. Sie benötigte seinen Rat.

S. 43 aus „Die Kanzlerin. Eine Fiktion“

Fazit und Empfehlung

Der Roman „Die Kanzlerin. Eine Fiktion“ hat mich nicht überzeugen können. Die Romanfigur handelte inkonsequent, der Schreibstil war zu bemüht und die Geschichte war gefüllt mit Klischees.

Fakten

Titel: „Die Kanzlerin. Eine Fiktion“
Autor*in: Konstantin Richter
Verlag: Kein und Aber
Seitenzahl: 176
Erscheinungsjahr: 2017
ISBN: 978-3036957555
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