LESERUNDE | „Der Nachtwandler“ von Sebastian Fitzek | Teil 1

Ich mache zum ersten Mal bei einer Leserunde mit, und zwar von Petzi und der Lesegiraffe zu Fitzeks neuestem Psychothriller. Die beiden haben das Buch in vier Abschnitte unterteilt und jedem Abschnitt eine Woche zugeteilt. Teil 1 lasen wir vom 03.-10.08. und beinhaltet den Prolog bis einschließlich Kapitel 10. Ich bin mit meinem Beitrag dazu etwas spät dran, was aber daran liegt, dass ich von Sonntag bis gestern unterwegs war und dort nicht die nötige Ruhe und Zeit hatte, um diesen Text zu verfassen. Da es hier um eine Diskussion über das Buch geht kann es sein, dass der Text einige SPOILER beinhaltet. Wer nichts Genaueres wissen möchte sollte lieber nicht weiterlesen!

Der Inhalt

Wie die Lesegiraffe schon schrieb endet dieser Abschnitt genau dort, wo auch die Beschreibung des Buches vom Klappentext endet. Ich finde das schon heftig, dass der Klappentext hier schon den Inhalt des ersten Viertels verrät! Ich fühle mich also nur in meiner Meinung bestätigt, dass man den Klappentext nicht immer lesen sollte.
Nun aber zum Inhalt. Das Buch beginnt mit einem – für mich sehr – verwirrenden Prolog, wie so oft bei Sebastian Fitzek. Man befindet sich in einer Psychiatrie und lernt einen Patienten kennen, weiß aber weder, wer er ist (es wird auch kein Name genannt), noch weiß man, warum er dort ist. Danach lernt man dann den Protagonisten Leon kennen – und ich habe die Vermutung, dass er der besagte Patient aus dem Prolog ist. Direkt am Anfang steigt man ein in eine Phase, in der Leon weder richtig wach ist noch schläft: er befindet sich in einer sogenannten Schlaflähmung. Diese Einstimmung fand ich sehr gelungen und passend zur Thematik des Buches, aber ehrlich gesagt auch schon ein wenig gruselig. Denn manchmal kenne ich das von mir, dass ich nachts wach liege und mich aber einfach nicht bewegen kann. Hier war der Moment, an dem ich gesagt habe: Dieses Buch liest du nur tagsüber! 
Nachdem er endlich aufgewacht ist lernt man seine Frau Natalie kennen – und ich hatte das Gefühl: Leon (und damit auch ich als Leser) befindet sich direkt im nächsten Albtraum. Seine Frau ist offensichtlich verletzt und verlässt fluchtartig die Wohnung und mit ihr gehen auch die Antworten auf Leons Fragen. Ich teile seine Fragen: „Was ist passiert? Hat Leon sie verletzt? Wieso verlässt sie sofort die Wohnung?“. Wenn man bis hierher noch nicht verwirrt war ist man es spätestens jetzt. Und genau diese Verwirrung macht das Spannende des Buches eigentlich auch mit aus.
Leon versucht natürlich seine Frau zu erreichen, doch die geht nicht an ihr Telefon. Auch bei ihrer besten Freundin und Mitgründerin eines Ateliers findet er sie nicht. Dafür werden neue Fragen bei diesem Telefonat aufgeworfen: Warum erzählt Natalie, sie arbeitet viel im Atelier – und ihre beste Freundin hat sie dort länger nicht mehr gesehen?
Nach Natalies Flucht vermutet Leon, dass seine Krankheit wieder ausgebrochen ist. Er ruft seine Pflegeeltern an, die jedoch auf Kreuzfahrt sind, welche Leon ihnen angeblich geschenkt hat – doch das hat er nicht. Die Verwirrung auf Seiten des Lesers wächst immer weiter. Man erfährt, dass er als kleiner Junge seine Eltern und seine Schwester bei einem Autounfall verlor und dass er in der ersten Nacht bei seinen Pflegeeltern mit einem Messer vor dem Bett ihres Sohnes stand. Diese Vorstellung fand ich mehr als gruselig! Seine neuen Pflegeeltern haben ihn dann untersuchen lassen. Seinen behandelnden Psychiater von früher ruft Leon dann an und guckt mit ihm gemeinsam die Videoaufzeichnungen von vergangen Therapiestunden, die schon lange zurück liegen. Der Psychiater hört ihm aufmerksam zu und will ihn in seiner Praxis sehen – aber erst nach seinem Kongress. Zudem glaubt er nicht daran, dass Leons Krankheit wieder ausgebrochen ist.
Leon kauft sich also kurzerhand selbst eine Kamera, um sich im Schlaf zu überwachen – und ist bei der Sichtung der Ergebnisse sichtlich geschockt, denn er hat nachts eine Tür freigelegt, die er nicht kennt! Mit diesem doch sehr spannenden Cliffhanger endet der erste Abschnitt unserer Leserunde. Als Leser bleibt man nun mit den Fragen zurück, was genau hinter der Tür steckt und was Leon nachts dort so treibt. Das sind mit die aufregendsten Fragen, mit denen ich in Teil 2 starten werde.

Meine Meinung

Wenn man sich vor Augen hält, was in diesem ersten Viertel des Buches alles geschehen ist, dann merkt man: das ist nicht viel! Aber dennoch hat es mich direkt gepackt und ich war super neugierig auf das Buch. Der Autor hat jedes Kapitel mit einem Cliffhanger beendet, sodass ich das Buch nicht weglegen wollte – und es leider dennoch musste. Aufgrund der Thematik der Schlafstörung möchte ich es nicht abends/nachts lesen. Eigentlich bin ich da nicht sehr zimperlich, aber da ich selber Probleme habe beim Ein- und auch Durchschlafen und gerne auch mal von Albträumen gequält werde, ist mir das Risiko zu hoch, dass es bei mir wieder schlimmer wird mit meinen Problemen.
Das Buch packt mich vielleicht genau wegen meiner persönlichen Schlafstörungen so sehr (keine Sorge, so schlimm wie in „Der Nachtwandler“ ist es bei  mir aber nicht!) und ich bin sehr gespannt darauf, wie es mit Leon weiter geht – und was er nachts noch alles so macht! Mit einer gekonnten Mischung aus Grusel, Verwirrtheit, Angst und Neugier widme ich mich nun also dem zweiten Teil. Besonders interessiert bin ich daran, wie es bei Natalie weiter geht und warum sie eigentlich Leon schon vor dem Zwischenfall belogen hat und warum auch seine Pflegeeltern Lügen verbreiten. Ich hoffe, dass nun ein bisschen mehr geschehen wird, aber das denke ich. Schließlich ist man ja nun in Leons Welt eingeführt worden und hat alle wichtigen Personen (soweit man jetzt schon sagen kann, wer wichtig sein wird) kennen gelernt.
Das war meine Zusammenfassung und Meinung zu dem Prolog und den ersten zehn Kapiteln. Habt ihr das Buch schon gelesen (wenn ja: pssst, nichts verraten ;))? Hattet ihr auch solche Probleme damit es zur Schlafenszeit zu lesen so wie ich oder haltet ihr mich für einen Angsthasen? ;)

2 Replies to “LESERUNDE | „Der Nachtwandler“ von Sebastian Fitzek | Teil 1”

  1. Mit dem Klappentext bin ich genau der gleichen Meinung wie du. :D Ich lese bei so gut wie keinem Buch den Klappentext vollständig, weil sie oftmals viel zu viel von dem Verraten was man noch gar nicht wissen möchte ^^

    Ich fand den Nachtwandler trotz allem total genial und bin weiterhin auch deine Eindrücke gespannt.

    Ich persönlich kann Fitzek immer lesen und halte dich für einen Angsthasen :b Spaß!
    Meine Freundin kann das auch nicht gut und vor allem nicht wenn sie alleine ist. ^^

    Liebst, Lotta

    1. Das ist wirklich nervig mit den Klappentexten. Nur leider mache ich Trottel immer mal wieder den Fehler und lese ihn dann doch… So auch hier geschehen.

      Ich denke, Sonntag oder Montag werde ich meine Eindrücke zum zweiten Abschnitt veröffentlichen.

      Sonst kann ich Fitzek eigentlich auch immer lesen. Meist lese ich die Bücher in einem Rutsch und nach dem ich das Buch beendet habe grusel ich mich auch nicht mehr. Aber bei der Thematik ist das irgendwie anders. Und zudem lese ich es ja nur häppchenweise. Aber ich bin gerne ein Angsthase ;) Das mit dem Alleine-Sein habe ich zum Beispiel auch gar nicht.

      Liebe Grüße,
      Fräncis

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