LESERUNDE | „Der Nachtwandler“ von Sebastian Fitzek | Teil 2

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Aktion / Leserunde
Heute kommt mein Bericht über den zweiten Abschnitt (Kapitel 11 bis einschließlich 21) unserer Leserunde online. Wenn ihr vorher noch mal meine Meinung zum ersten Teil lesen wollt, dann geht es hier entlang. Für diesen Abschnitt hatten wir vom 10.-17.08. Zeit. Ich habe die elf Kapitel wie auch die ersten Kapitel an einem Stück lesen können. Um meine Eindrücke nicht zu verlieren habe ich mir zwischendurch immer Notizen gemacht. Jetzt sitze ich einige Stunden später also hier auf der schattigen Terasse und tippe mithilfe meiner Notizen euch diesen Text. Also fangen wir auch mal an ;-) Auch hier gilt wieder: Achtung, SPOILER!

Mein Start in den Abschnitt

Ich hatte einige Fragen aus dem ersten Abschnitt mitgenommen und ich hoffte, dass ich darauf eventuell schon Antworten bekommen könnte – oder zumindest eine Vorahnung.
  1. Wieso hat Natalie ihren Mann angelogen, was ihre Arbeit betrifft?
  2. Warum erzählen Leons Pflegeeltern, er hätte ihnen eine Kreuzfahrt geschenkt, wenn dem so nicht ist? Und sind sie wirklich auf einer Kreuzfahrt oder ist ihnen etwas passiert?
  3. Was steckt hinter der Tür? Was macht Leon dort nachts?
Bis hierher hatte ich auch noch keinerlei Vermutungen und war also sehr gespannt, wie es weitergeht.

Der Inhalt

Im ersten Teil passierte handlungstechnisch gesehen ja noch nicht so viel – das hat der Autor in den nachfolgenden Kapiteln deutlich geändert! Es fing damit an, dass Leon den Daumennagel seiner Frau Natalie in der Deckenlampe fand. Was genau macht der dort oben? Warum liegt er da?  Auf der Innenseite des Nagels wurde Leons Geburtsdatum eingeritzt. Mit diesen vier Ziffern kann er die vorher entdeckte Tür öffnen, die an einen Tresor erinnert. Nun ist die Frage: hinabsteigen oder Hilfe holen? Natürlich entscheidet sich Leon für Ersteres und beginnt – mit Schutzkleidung ausgestattet – den Abstieg in das „Labyrinth„, wie er es nachher nennt. Bis hierhin hatte ich mich nur immer mal wieder etwas gegruselt, sonst fand ich es eher faszinierend und auch verwirrend. Durch Fitzeks Schreibstil kann man nämlich sehr gut mit der Hauptperson mitfühlen – und das vorwiegende Gefühl von Leon war definitiv die Verwirrung. Das ändert sich jedoch im weiteren Verlauf des Abschnitts.

Natürlich schafft Leon es nicht ganz sicher nach unten, sonder rutscht auf den letzten Metern von den Sprossen ab, kann sich selbst aber auffangen. Nur die mitgenommene Taschenlampe fällt herunter und geht natürlich sofort kaputt (hallo, Spannungselement!). Auf dem Weg hinab ins Dunkle ist Leon immer mehr verängstigt, da er unten das Handy seiner Frau klingeln hört und das diffuse Licht auch sehen kann. Das Handy nützt ihm im weiteren Verlauf aber als Lichtquelle. Leon versucht sich unten am Grund des Schachtes zu orientieren und erkundet ihn so gut es geht. Dabei stößt er auf eine Weitere „Tür“ in der Größe einer kleinen Klappe. Dahinter versteckt sich aber wieder ein größerer Raum. In diesen Raum gelangt er nun, denn seine Neugier – und seine Feigheit – treiben ihn immer weiter.

Wieso seine Feigheit? Sobald er immer mehr Entdeckungen macht bekommt Leon es immer mehr mit der Angst zu tun; mit der Angst vor sich selbst! Daher will er erst einmal selbst heraus finden, was dort unten im Schacht ist – und was er nachts so treibt – bevor er Hilfe holen kann. In dem neu entdeckten Raum wird Leons Angst immer größer, denn er entdeckt dort die Bluse, die seine Frau bei ihrer „Flucht“ trug – und sie ist ganz blutverschmiert. Zudem sind in diesem „Kellerraum“ lauter Umzugskisten mit Sachen aus ihrer Wohnung und es sieht so aus, als würde dort unten jemand wohnen, da auch eine Matratze zum Inventar gehört. Als dann das Handylicht ausgeht und er von irgendetwas berührt wird – dieses Etwas jedoch nicht sehen kann! – bekommt Leon nun vollends Panik und flieht. Leider flieht er in die falsche Richtung, will jedoch nicht noch mal zurück und findet erneut Sprossen, die nach oben führen. Hauptsache weg vom Labyrinth.

Auf dem Weg nach oben beschleichen ihn Zweifel, ob das eine gute Idee war, da er ein Vibrieren bemerkt, welches immer lauter wird und dazu kommt auch ein Dröhnen. Als er am Ende der Sprossen ankommt muss er sich mit beiden Schultern gegen die den Schacht verschließende Falltür stemmen, um hoch zu kommen. Und er landet in einem Badezimmer! Das Dröhnen und Vibrieren kam von einer Waschmaschine. Plötzlich hört man eine Person näher kommen und Leon versteckt sich in der Dusche – direkt danach kommt seine Nachbarin ins Bad: Er ist ein Stockwerk tiefer gelandet! Als sie wieder ins Badezimmer entschwindet will Leon zur Wohnungstür hinaus verschwinden – doch dann klingelt das Telefon und er kann sich nicht mehr rechtzeitig verstecken. Um diese Situation zu erklären wagt er die Flucht nach vorne und fragt die Nachbarin, warum sie in seiner Wohnung sei. Und als offensichtlich wird, dass ER in der falschen Wohnung ist, behauptet er, ihre Tür wäre angelehnt gewesen und seine auch. Gedankenverloren hätte er sich also einfach nur vertan. Seine Nachbarin, eine Dame in den Siebzigern, glaubt ihm, da sie öfter ihre Tür offen lässt. Frau Helsing lädt ihn noch zum Kaffee ein und er kann es ihr nicht ausschlagen.

Bei diesem Gespräch erzählt Ivana Helsing, dass sie eine offene Beziehung mit dem Architekten des Gebäudes hatte, welcher aber vor ein paar Jahren in einer psychiatrischen Klinik verstarb. Sie behauptet, dass auf dem Haus ein Fluch liegt, denn viele Bewohner starben eines frühen und ungewöhnlichen Todes. Die Vormieterin von Leon und Natalies Wohnung zum Beispiel starb, weil sie den Aufzugschacht hinunter fiel. Der Sohn des Architekten, der das Gebäude geerbt bekam, verschwand einfach spurlos – ohne wichtige Dokumente und Gegenstände mitzunehmen – aus seiner von innen abgesperrten Wohnung. Dieselbe Wohnung, in der nun Leon mit Natalie eingezogen ist! Ivana erzählt auch, dass das Haus irgendwann einen so großen Bann auf einen wirft, dass man nicht mehr ausziehen kann; so geschehen bei ihr. Nur wenige Menschen schaffen die Flucht: ihrem Mann zum Beispiel und auch Natalie. Ivana verabschiedet ihren Nachbarn dann mit dieser geheimnisvollen Prophezeiung:

»Erst die Träume, dann die Taten. Warten Sie nicht zu lange, sonst können Sie sich nicht mehr dagegen wehren.«

Meine Meinung

Ich glaube, dass der Architekt und auch sein Sohn noch eine große Rolle spielen werden. Meine Fragen vom Anfang wurden noch nicht aufgelöst (wäre ja auch schade um die Spannung), es kamen aber natürlich noch viel mehr dazu. Wer ist da unten? Der Sohn des Architekten? Natalie? Was hat es mit dem Haus auf sich? Was genau meint Ivana mit dem Fluch? Was weiß sie über die Träume? Und folgt Leon ihrem Rat und zieht aus dem Haus aus?

Fragen über Fragen nach einem spannenden – und gruseligen – zweiten Abschnitt. Zwischendurch habe ich immer mal wieder ohne es zu bemerken die Luft angehalten beim Lesen. Mir hat der zweite Abschnitt mindestens genau so gut gefallen wie der erste und ich bin sehr gespannt, wie es weiter gehen wird! Ich persönlich glaube nicht daran, dass Leon ausziehen wird. Ich bin auch neugierig, ob und wann der Psychiater wieder auf den Plan tritt. Mittlerweile bin ich mir auch nicht mehr sicher, ob Leon wirklich der Patient aus dem Prolog ist. Vielleicht ist es ja auch der Architekt oder sein Sohn?

Habt ihr bis hier her irgendwelche Vermutungen? Glaubt ihr auch, dass Leon es weiterhin auf eigene Faust versuchen wird heraus zu finden, was geschehen ist, statt sich Hilfe zu holen?

 

4 Kommentare

  1. Da ich das Buch schon gelesen habe, antworte ich lieber nicht auf deine Fragen ^^ sonst würde ich zu viel verraten. Ich finde du hast das sehr schön geschrieben und du hast weiterhin Freude an diesem Buch. :D ich werde wieder lesen wenn du den nächsten Abschnitt beschreibst ;))

    Liebst, Lotta

    • Oh, wenn du etwas verraten würdest, dann ist es lieb, dass du nicht antwortest ;)
      Danke, das höre ich gerne :) Ich denke, ich setze mich gleich direkt an den dritten Abschnitt, bin sooo gespannt, wie es weiter geht! Nächste Woche kommt dann das nächste Update :)

      Liebe Grüße,
      Fräncis

  2. Hi Fräncis,
    mir gefällt dein Beitrag auch super!
    Ich habe nun Abschnitt 2 und 3 zusammengefasst und werde das Buch morgen beenden!
    Bin schon gespannt, was du und Petzi (Die Liebe zu den Büchern) am Schluss denken :)
    Liebe Grüße!

    • Hallo Lesegiraffe :)

      Dankesehr!
      Schade, dass du die beiden zusammengefasst hast, dann kann ich noch gar nicht deinen Beitrag lesen! Ich habe nämlich noch nicht mit dem dritten Abschnitt begonnen. Aber mal sehen, zum Wochenende hin werde ich es wohl schaffen.

      Liebe Grüße,
      Fräncis

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