„Mut zur Freiheit: Meine Flucht aus Nordkorea“ von Yeonmi Park

Schreibe einen Kommentar
Rezension

Yeonmi Park ist Nordkoreanerin und floh mit 13 Jahren aus ihrem Heimatland in Richtung China. In ihrer Biografie „Mut zur Freiheit: Meine Flucht aus Nordkorea“ erzählt sie von ihrem Leben in dem „Einsiedlerreich“ und schildert die Geschichte ihrer Flucht. Sobald ich von dem Buch gehört hatte, war ich interessiert und wollte es lesen. Über Nordkorea erfährt man nicht viel und die Einblicke einer gleichaltrigen jungen Frau haben mich neugierig gemacht.

„Die Informationsblockade funktioniert in beide Richtungen. Die Regierung versucht nicht nur, ihre Untertanen von ausländischen Medien fernzuhalten, sondern tut auch alles, damit der Rest der Welt nicht erfährt, was in Nordkorea tatsächlich los ist. Das Regime des sogenannten „Einsiedlerreiches“ versucht, sich unsichtbar zu machen. Nur wir, die geflohen sind, können beschreiben, was hinter der undurchdringlichen Grenze wirklich vor sich geht. Allerdings haben unsere Geschichten bis vor Kurzem nur wenige Menschen erreicht.“ aus „Mut zur Freiheit: Meine Flucht aus Nordkorea“ von Yeonmi Park

Yeonmi Park träumte nicht von der Freiheit, als sie im Alter von erst 13 Jahren aus Nordkorea floh. Sie wusste nicht einmal, was Freiheit ist. Alles, was sie wusste war, dass sie um ihr Leben lief, dass sie und ihre Familie sterben würde, wenn sie bliebe – vor Hunger, an einer Krankheit oder gar durch Exekution. In ihrem Buch erzählt Yeonmi Park von ihrem Kampf ums Überleben in einem der dunkelsten und repressivsten Regime unserer Zeit; sie erzählt von ihrer grauenhaften Odyssee durch die chinesische Unterwelt, bevölkert von Schmugglern und Menschenhändlern, bis nach Südkorea; und sie erzählt von ihrem erstaunlichen Weg zur führenden Menschenrechts-Aktivistin mit noch nicht einmal 21 Jahren.Goldmann Verlag

Yeonmi Park erzählt in einem eher nüchternen Ton von ihrem bisherigen Leben. Geboren ist sie 1993 – in dem gleichen Jahr wie ich – in Nordkorea. Sie wuchs in einem kleinen Ort auf an der Grenze zu China, auch wenn sie immer mal wieder woanders gelebt hat. Sie beginnt mit einem kurzen Einblick auf den Beginn ihrer Flucht, auf der sie von ihrer Mutter begleitet wurde. Danach jedoch springt sie zurück in die Zeit und erzählt Geschichten aus ihrem Leben in chronologischer Reihenfolge.

„Während meiner Odyssee habe ich mit eigenen Augen gesehen, zu welchen Grausamkeiten Menschen fähig sind, ich habe aber auch Akte der Nächstenliebe und der Aufopferung erlebt und zwar dort, wo ich es am wenigsten für möglich gehalten hätte.“ aus „Mut zur Freiheit: Meine Flucht aus Nordkorea“ von Yeonmi Park

Immer wieder war ich schockiert, als ich las, was Yeonmi Park in ihren jungen Jahren alles durchleben musste – und wie es mir zeitgleich in Deutschland so viel besser ging. Dennoch hat sie nie ihren Mut verloren und immer weiter gekämpft für sich selbst und ihre Familie. Und auch als sie dann – nach vielen Jahren – endlich in Sicherheit war in Südkorea, hat sie nicht aufgegeben. Sie hat ihre Schulabschlüsse nachgemacht und ist dann auf die Uni gegangen, um Polizeimanagement zu studieren. Hier könnt ihr Yeonmi Park bei einem TEDxYouth@Bath Event sehen: Video.

Fakten

Titel: Mut zur Freiheit: Meine Flucht aus Nordkorea
Autorin: Yeonmi Park
Übersetzer: pocaio, Sabine Herting, Jörg Ingwersen
Verlag: Goldmann
Reihe: nein
Seitenzahl: 320
Erscheinungsjahr: 2015
ISBN: 978-3-442-31418-8
Mehr erfahren*: »Amazon

„In den Köpfen der Nordkoreaner laufen immer zwei verschiedene Geschichten ab, wie Züge auf parallel verlaufenden Gleisen. Eine ist das, was ihnen beigebracht wurde, die andere das, was sie mit eigenen Augen sehen.“ aus „Mut zur Freiheit: Meine Flucht aus Nordkorea“ von Yeonmi Park

*Affiliate Link. Wenn du über diesen Link das Buch bei Amazon kaufst, bekomme ich eine kleine Provision.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*