REZENSION | Amanda Maciel | “Das wirst du bereuen”

Dieses Buch wurde bei der Bastei Lübbe Herbstvorschau vorgestellt und Katharina, Daniela und ich waren uns direkt einig: DAS wollen wir lesen! Doch erst mal kamen die Klausuren und ich hatte noch genügend Bücher in meinem Regal stehen. Als ich dann Lisas Rezension las und kommentierte, bat sie mir an, mir ihr Buch zu schicken. Nochmals vielen Dank an dich!

Allgemeines

Titel: Das wirst du bereuen
Autorin: Amanda Maciel
Verlag: Boje Verlag
Reihe: nein
Seitenzahl: 300
Erscheinungsjahr: 2014
ISBN: 978-3-414-82406-6
Preis: 14,99€ | 11,99€
Kaufmöglichkeiten: Buch | eBook
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Inhalt

Saras Sommer ist alles andere als toll: Ihre Mitschülerin Emma hat sich umgebracht und da Sara und ihre Freunde sie gemobbt haben, wurde Anzeige gegen sie erhoben. Sie darf keinen Kontakt haben zu ihrer besten Freundin Brielle und sieht auch ihren Ex-Freund nicht mehr. Da sie im Schuljahr durch Emmas Tod und die Anzeige viel verpasst hat, geht sie zur Sommerschule und verbringt ebenfalls viel Zeit bei ihrer Anwältin Natalie und ihrer Therapeutin Theresa. Doch Sara versteht nicht, warum sie jetzt alle die Schuldigen sind, schließlich war Emma auch kein Unschuldslamm. Doch die ist jetzt tot und kann sich nicht mehr zu den Vorfällen äußern.

Meinung

Ich muss gestehen, dass ich am Anfang starke Probleme hatte mit der Protagonistin Sara. Sie war für mich zu naiv, unreif und vor allem fand ich sie sehr unsympathisch. Immer wieder habe ich mich ermahnt, daran zu denken, dass sie auch “erst” sechszehn Jahre alt ist und es für Jugendliche in der Pubertät schwierig ist, die Konsequenzen zu bedenken, die ihre Taten haben können. Doch dass Sara einfach keine Reue zeigen wollte, war wirklich nicht leicht für mich. Immer wieder betonen die Mädchen, dass sie nicht angefangen haben, sondern Emma, und dass ihr Verhalten total normal war.

“Aber das ist es ja gerade. Es tut mir nicht leid. Emma war bis zu dem Tag im März, an dem sie sich umgebracht hat, ein Miststück, das anderen den Freund ausgespannt hat. Ich habe nichts Schlimmes getan, aber sie hat mein ganzes Leben zerstört.” – Seite 14

Auch Brielle war mir von ihrem ersten Auftreten an und auch durch Saras Erzählungen absolut unsympathisch. Die Freundschaft der beiden ist nicht sehr ausgeglichen, Brielle ist sehr dominant und Sara fügt sich allem. Erschreckend fand ich, wie schnell und leichtsinnig beide in die “Cybermobbing-Schiene” geraten sind. Immer wieder habe ich mich dabei ertappt, wie ich den Kopf geschüttelt habe. Auch das, was die beiden Mädchen als Gründe für ihr Verhalten anführen, war absolut fadenscheinig und für mich nicht nachvollziehbar.

“’Meine Güte, Emma hat es wirklich ganz schön verkackt, oder?’ Sie verdreht auf ihre typisch dramatische Art die Augen, und ich nicke, weil ich völlig ihrer Meinung bin. Mein Gott, was für eine Erleichterung, nach all der Zeit zu wissen, dass sie immer noch da ist, dass sie immer noch mitempfinden kann, wie schwer das alles ist, dass sie mich nicht hasst…” – Seite 17f

Während Brielle bis zuletzt das verwöhnte, fiese Mädchen war, mit dem ich einfach nicht grün wurde, änderte sich ab Mitte des Buches meine Meinung zu Sara. Sie versucht die ganze Zeit, nach außen hin stark und abgeklärt zu sein, aber irgendwann fällt diese Maske und die unsichere Sara kommt zum Vorschein. Im Laufe der Handlung begleitet man ihre Fortschritte und die Veränderungen, die sie durchlebt. Von dem unreifen, pubertierenden Mädchen ist am Ende des Buches nicht mehr viel übrig. Nach dem Lesen des Buches waren mir ihre Beweggründe immer noch nicht verständlich, aber ich konnte nachvollziehen, wer denn die “Person Sara” ist.

“Meine Knie sind immer noch weiß, weil ich den ganzen langen Sommer in geschlossenen Räumen verbracht und über meine Gefühle und über ein Mädchen gesprochen habe, das ich kaum kannte und das nicht mehr leben wollte. Nicht in einer Welt, in der es mich gab. Und ich bin immer noch da, in dieser Scheißwelt. Und kämpfe gegen ihren Geist.” – Seite 127

Die Einteilung in Monate und der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit gefiel mit gut, gerade für diese Thematik. Man verfolgt Sara und ihre Sitzungen bei der Anwältin und bei der Therapeutin, sodass die Rückblenden thematisch auch gut eingebunden sind. So entsteht eine Art von Chronik, die mit Emmas Auftauchen an der Schule beginnt, und mit Saras Collegebewerbungen endet.

Fazit

Dieses Buch hat mir gezeigt, dass man, egal wie sehr man sich bemüht, einen Menschen nie ganz genau kennt. Die Thematik war nicht leicht und gerade die Sicht der Täterinnen ist ein ungewöhnlicher Blickwinkel. Gerne hätte ich mehr darüber erfahren, wie Emma alles erlebt hat und was in ihr vorging. Dennoch macht diese Erzählweise auch den Reiz des Buches aus.

Das Buch ist ein Jugendroman und für die Altersklasse auch gut geeignet. Meiner Meinung nach hätte man manche Wörter gerne weglassen können, aber ich denke, für die jugendliche Zielgruppe sind diese Beschreibungen doch wichtig.

{ 4/5 Punkte }

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