REZENSION | Ava Dellaira | „Love Letters to the Dead“

"buchhandel.de/„Love Letters to the Dead“ ist wohl eines der Bücher momentan, das am meisten in den sozialen Netzwerken auftaucht – sowohl im deutsch- als auch im englischsprachigen Raum. Anziehend ist dabei wohl nicht nur der Inhalt, sondern auch das in meinen Augen sehr schön gestaltete Cover. Aber worum geht es denn nun eigentlich? Und ist das Buch den Hype wert?

Fakten

Titel:  Love Letters to the Dead
Autorin: Ava Dellaira
Verlag:  cbt Verlag
Reihe:  nein
Seitenzahl:  416
Erscheinungsjahr:  2015
ISBN:  9783570163146

Laurel ist seit zwei Wochen auf einer neuen Schule und findet sich noch nicht so ganz zurecht. Sie hat noch keinen Anschluss gefunden und fühlt sich nicht sehr wohl in ihrer Haut. Hinzu kommt, dass erst kurz zuvor ihre Schwester May gestorben ist. Im Englischunterricht bekommt Laurels Kurs die Aufgabe, einen Brief an eine tote Persönlichkeit zu schreiben. Zunächst findet Laurel die Idee nicht sehr toll, doch langsam aber sicher findet sie Gefallen daran, und schreibt immer weiter Briefe an verschiedene tote Berühmtheiten.

„Lieber Kurt Cobain, […] Ich wünschte, du könntest mir sagen, wo du jetzt bist und warum du nicht mehr leben wolltest. Du warst der Lieblingssänger meiner Schwester May. Seit sie nicht mehr da ist, fällt es mir irgendwie schwer, ich selbst zu sein, weil ich nicht mehr genau weiß, wer ich eigentlich bin. Dabei wäre es wichtig für mich, das möglichst schnell rauszufinden. Ich bin nämlich erst seit ein paar Tagen auf der Highschool und habe das Gefühl, dass man hier ganz leicht untergeht, wenn man es nicht weiß.“ – Seite 7

Die Grundidee, die hinter der Geschichte steckt, finde ich toll. Ich mag Briefromane sehr gerne und das ist eine spezielle Form davon, da die Briefe eher einem Tagebuch gleichen. Mit jedem Brief, den Laurel schreibt, erfährt man ein Stückchen mehr über sie und sie selbst schafft es auch, sich immer weiter zu öffnen. Sie erzählt in den Briefen von Sachen, die in der Gegenwart passieren, aber auch von Situationen aus der Vergangenheit. So kommt man der Wahrheit hinter Mays Tod immer näher.

„Die Wahrheit ist deshalb schön, weil sie wahr ist. Selbst wenn sie schlimm ist oder Angst macht, ändert das nichts. Was wahr ist, ist schön. Es ist hell und rein und macht dich zu dem, was du in Wirklichkeit bist. Ich wünsche mir, ich selbst zu sein.“ – Seite 210

Laurel ist mir mit jedem Brief mehr ans Herz gewachsen. Sie hat eine unglaubliche charakterliche Verwandlung durchgemacht im Laufe des Buches und ist nachher nicht mehr die kleine, etwas naive Neue an der Schule, sondern das reife Mädchen mit Freunden, die sie annehmen, wie sie ist. Laurels Freunde Natalie, Hannah, Tristan und Kristen sowie Sky sind allesamt tolle Persönlichkeiten, die selbst nicht das perfekte Leben haben, aber sich davon nicht unterkriegen lassen. Sie nennen sich die normalen Verrückten, und der Begriff passt perfekt zu der kleinen Gruppe.

„Liebe Janis Joplin […] Jetzt zu dem, warum ich dir schreibe: Ich wollte mich dafür bedanken, dass du das mit den normal verrückten Menschen gesagt hast. Ich habe nämlich viel darüber nachgedacht und glaube, ich bin auch einer. Als wir heute in der Gasse standen – Kristen, Tristan, Natalie, Hannah und ich – kam mir der Gedanke, dass es ja vielleicht einen bestimmten Grund hat, warum wir uns kennengelernt haben. Jeder von uns ist auf seine ganz eigene Art verrückt, aber sobald ein paar Verrückte zusammen sind, ist es wieder normal, verrückt zu sein.“ – Seite 61

Ava Dellaira hat es geschafft, einen Roman zu schreiben, der mich gepackt hat und sich zwischen seine Seiten gezogen hat. Innerhalb kürzester Zeit habe ich das Buch fast ohne Pause gelesen. Nur einmal musste ich es weg legen, da meine Tränen mir die Sicht genommen haben. Diese Geschichte mit vielen Emotionen kann ich auf jeden Fall weiter empfehlen!

Bewertung

Einstieg in die Geschichte: 5/5
Handlung: 5/5
Charaktere und ihre Entwicklung: 5/5
Schreibstil: 5/5
Gesamt: 5/5

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