REZENSION | Charlotte Link | “Sechs Jahre”

Heute Abend um 19:30 Uhr findet bei blanvalet ein Online Live Talk mit der Autorin Charlotte Link statt. Ihr könnt euch hier für 6€ anmelden: Anmeldung. Vielleicht möchte der ein oder andere von euch heute Abend noch spontan dabei sein? Ich bin auch schon angemeldet und freue mich darauf!

Als mich die Mail vom Verlag erreichte und ich gefragt wurde, ob ich gerne das Buch rezensieren möchte, da habe ich mich sehr über diese Chance gefreut. Das Buch hatte ich vorher schon ab und an mal gesehen und ich war neugierig auf den Inhalt.

Fakten

Titel: Sechs Jahre
Autorin: Charlotte Link
Verlag: blanvalet
Reihe: nein
Seitenzahl: 319
Erscheinungsjahr: 2014
ISBN: 9783-7645-0521-9
Bewertung: 5/5

 

 

Inhalt

Charlotte Link beschreibt in dem Buch “Sechs Jahre” die Krebserkrankung und den Weg, den ihre Schwester Franziska nach der Diagnose gegangen ist. Sie schreibt über Situationen im Krankenhaus, Schmerzen, Ängste, aber auch über die Hoffnung, die man niemals aufgeben sollte.

Meine Meinung

Das Buch hat mich von der ersten Seite an gepackt und nicht mehr losgelassen. Bei diesem Thema ist es natürlich nicht erstaunlich, dass es mich berührt. Aber die Art und Weise, wie Charlotte Link die Lebensjahre ihrer Schwester zwischen Diagnose und Tod beschreibt, war erschreckend und einnehmend. Ich habe mitgelitten, hatte Hoffnung und durfte auch ab und an mal lachen. Die Gefühle konnte ich allesamt miterleben, eben weil Charlotte Link es aus der Patienten- und Familiensicht schreibt, nicht auf die medizinischen Termini zurückgreift. Es klingt vielleicht etwas merkwürdig, aber aus einem Grund ging mir die Geschichte besonders nahe: Charlotte Links Schwester trägt denselben Namen wie ich. Das war ein komisches Gefühl-

Wir waren eine Familie ohne besonderes medizinisches Wissen, und wir standen plötzlich inmitten der Konfrontation mit einer lebensbedrohlichen Krankheit. Gerade auch die Hilflosigkeit zum Ausdruck zu bringen, die sich aus Unkenntnis ergibt, war mir ein Anliegen. – Seite 8

Es war schön zu sehen, dass die Familie gemeinsam für Franziska kämpft, als eine Einheit agiert und jeder sich beteiligt. Diesen starken Zusammenhalt innerhalb einer Familie sieht man nicht immer. Alle haben probiert, stark zu bleiben – für sich und für Franziska. Besonders die große Liebe zwischen den Schwestern kam immer wieder zum Ausdruck. Für mich, die mit drei Schwestern aufgewachsen ist, war das absolut nachvollziehbar. Ich habe die Gefühle der Autorin mit erlebt und hatte auch einige Male die Tränen in den Augen stehen.

Es ist die Angst, die mich seit sechs Jahren gefangen hält, die ich mal besser, mal schlechter unter Kontrolle habe. Meine Schwester ist der wichtigste Mensch in meinem Leben. Sie war immer da, und ich habe stets in dem Glauben gelebt, dass sie auch in Zukunft da sein würde. Sie ist nicht nur meine Schwester, sondern auch meine beste Freundin und engste Vertraute. – Seite 25

Im Laufe der Jahre mit dem Krebs war Franziska bei mehreren Ärzten, in verschiedenen Krankenhäusern. Sicherlich, da gab es auch die guten Ärzte, von denen die Autorin schreibt. Aber genauso gab es die Ärzte, die kein Einfühlungsvermögen besitzen. Schlechte Nachrichten runterspulen, ohne Gefühl für den Patienten. Zu schnell zu einer Diagnose kommen, ohne vorher alles andere ausgeschlossen zu haben. Manches Mal war ich regelrecht erschrocken über die Ärzte und über ihr Verhalten Patienten und Familienangehörigen gegenüber. Charlotte Link beschönigt nichts, betont aber auch immer wieder, dass es eben auch die engagierten Ärzte gibt. Und das gibt Hoffnung.

Es gibt immer noch zu viele Ärzte, denen man raten möchte, entweder ihren Beruf aufzugeben oder auf der Stelle einen Crashkurs in Empathiefähigkeit zu belegen. Gerade die Ärzte, die auch unter schwierigen und zweifellos stressreichen Bedingungen die Würde des Patienten stets im Auge haben, beweisen, dass es geht: Arzt sein und gleichzeitig Mensch bleiben. – Seite 49

Fazit

Diese Geschichte war so einnehmend für mich, dass ich mehrere Male Tränen in den Augen hatte. Ich habe überlegt, was wäre, wenn nun eine meiner Schwestern todkrank werden würde – und der Gedanke war sehr schmerzlich für mich. Charlotte Link hat meinen höchsten Respekt für die Kraft, das Geschehen beim Schreiben des Buches noch einmal durchleben zu müssen. Danke für die Hoffnung, die Sie im Buch immer wieder hervorheben.

Danke an den blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar!

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