REZENSION | Ellen Berg | „Mach mir den Garten, Liebling!“

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Rezension

buchhandel.de fraencisdaencis.deIm November habe ich zum ersten Mal einen Roman von Ellen Berg gelesen, und zwar „Ich koch dich tot“ (»hier geht es zur Rezension). Da mir das Buch so gut gefallen hat, habe ich beim Aufbau Verlag nachgefragt, ob ich ein weiteres Buch von ihr als Rezensionsexemplar zugeschickt bekommen könnte. Sie haben zugesagt und mir „Mach mir den Garten, Liebling!“ geschickt. Vielen Dank!

Die Lust am Gärtnern – und am Gärtner… Zur Hölle mit dem Job! Statt der überfälligen Beförderung bekommt Luisa einen arroganten Fiesling vor die Nase gesetzt. Sie ist frustriert. 14-Stunden-Arbeitstage und Bürointrigen – wofür das alles?  Ausgerechnet jetzt muss sie sich um den Schrebergarten ihrer Tante Ruth kümmern. Komposthaufen statt Karriere, geht gar nicht. Doch dann stellt Luisa fest, dass Gärtnern sogar glücklich machen kann. Wenn nur nicht dieser rasend charmante Mann im Nachbargarten wäre, der so gar nicht in ihr Leben passt … – Aufbau Verlag

Luisas Leben erscheint auf den ersten Blick nicht sehr spannend. Sie ist Ende Dreißig, Single, sitzt in einem Großraumbüro in einem schäbigen Bürogebäude und ist umgeben von Kollegen, die sie immer aufziehen und nimmt sich ihre Arbeit auch gerne mal mit nach Hause. Obwohl ich mit Luisa gar nichts gemeinsam habe, war sie mir von Beginn an sehr sympathisch. Sie versucht, aus ihrem tristen Leben das beste zu machen und möchte allem optimistisch gegenüber stehen.

Wow. Geschäftsführerin! Sie hätte die Windschutzscheibe knutschen können. Schwungvoll stieg sie aus und schloss den Wagen ab. Seit Jahren arbeitete Luisa auf das große Ereignis hin. Endlich würden ihr Bienenfleiß, ihre unbezahlten Überstunden und ihr Verzicht auf Urlaub belohnt werden.Seite 5

Es fiel mir nicht schwer, Mitleid mit ihr zu empfinden, da ihre Kollegen wahre Kollegenschweine sind und getreu dem Motto handeln: „Jeder ist sich selbst der Nächste.“ Auch ihr Chef ist alles andere als toll und dann setzt er ihnen allen noch einen Geschäftsführer vor die Nase, der den Laden eigentlich nur auseinander nehmen möchte.

Wenn alle gleichzeitig telefonierten, verstand man sein eigenes Wort nicht mehr. Wenn einer Ärger, Liebeskummer oder zu viel getrunken hatte, war das ein Gruppenproblem. Und wenn jemand eine antriebsschwache Phase durchmachte, fielen auch alle anderen ins Koma. Was der momentane Dauerzustand war.Seite 7

Als Luisa erfährt, dass sie keine Geschäftsführerin sein wird, gerät ihr Leben erst einmal ziemlich durcheinander – und dann kündigt sich auch noch ihre Tante Ruth an, die Luisa beauftragt hat, ihren Schrebergarten zu pflegen. Luisa hat dies jedoch nicht getan, da sie einen schwarzen Daumen hat (wer mich kennt, der weiß, dass ich das nur allzu gut nachvollziehen kann). Jetzt muss sie nicht nur ihr Berufsleben auf die Reihe bekommen, sondern auch noch nebenher innerhalb von zwei Wochen den Garten auf Vordermann bekommen. Hinzukommt, dass sie gerade ziemlich pleite ist und eigentlich kein Geld für die Gartensanierung auftreiben kann. Doch dann trifft sie in der Gartenanlage auf Eddy, den netten Italiener, der sofort versucht ihr zu helfen. Ich muss gestehen, dass Eddy mir erst einmal gänzlich unsympathisch war, da sich die Autorin bei seiner Beschreibung so richtig an den Klischees bedient hat. Gegen Ende des Buches hatte ich mich an ihn dann gewöhnt, aber sympathisch war er mir leider immer noch nicht.

Eddys rosa Blüte lag auf dem Beifahrersitz wie ein Versprechen auf mehr. Cool bleiben, ermahnte Luisa sich. Einen wie den kannst du überhaupt nicht gebrauchen. Außerdem ist er bestimmt beinharter Single, unfassbar glücklich verheiratet oder steht gar nicht auf Frauen. Ihre Intuition sagte ihr jedoch, dass nichts davon zutraf. Oder war es ihr ausgehungertes Herz?Seite 33

Die Autorin Ellen Berg hat, wie auch schon bei „Ich koch dich tot“, aus den Vollen der Klischee-Kiste geschöpft. Dadurch war für mich eigentlich die komplette Handlung vorhersehbar, doch ich wurde dennoch gut unterhalten, da Frau Berg einen sehr locker-flockigen Schreibstil hat und ihren Romanen dadurch gut Witz verleiht.

Fakten

Titel: Mach mir den Garten, Liebling!
Autorin: Ellen Berg
Verlag: Aufbau Verlag
Reihe: nein
Seitenzahl: 320
Erscheinungsjahr: 2015
ISBN: 9783746631462

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