REZENSION | Franz-Olivier Giesbert | „Ein Diktator zum Dessert“

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Rezension

buchhandel.de Franz-Olivier Giesbert Ein Diktator zum DessertDas Titelbild dieses Buches hat mich schon mehrmals angesprochen und als ich mir den Inhalt durchlas, wusste ich: Das Buch möchte ich gerne lesen! Schließlich möchte ich gerne herausfinden, was hinter dem interessanten Titel steckt!

Fakten

Titel:  Ein Diktator zum Dessert
Autor:  Franz-Olivier Giesbert
Verlag:  carl’s books
Reihe:  nein
Seitenzahl:  334
Erscheinungsjahr:  2015
ISBN:  9783570585382

Rose ist 105 Jahre alt, aber immer noch fit. Sie betreibt ihr eigenes Restaurant in Marseille, „La Petite Provence“.  In ihrem Leben hat sie so einiges erlebt, denn das 20. Jahrhundert war geprägt von Krieg und Zerstörung. Doch Rose lässt sich nicht so leicht unterkriegen und fühlt sich in ihrem Alter nun bereit dazu, ihre Memoiren zu schreiben.

„Am Tag meiner Geburt waren die drei Personen, die die Menschheit heimsuchen sollten, bereits auf dieser Welt: Hitler war achtzehn Jahre alt, Stalin achtundzwanzig und Mao dreizehn. Mein Geburtstag fiel in das falsche Jahrhundert: ihrs.“ – Seite 21

Ich muss gestehen, dass ich bis zuletzt meine Probleme hatte, in die Geschichte einzusteigen und mit der Protagonistin mitzufühlen. Zu keiner Zeit fühlte ich mich so sehr zu dem Buch hingezogen, dass ich es hätte verschlingen wollen. Das ist schade, denn eigentlich hat die Geschichte viel Potenzial. Sie erzählt von all den mächtigen und schrecklichen Männern des letzten Jahrhunderts, darunter Hitler, Stalin und Mao. Doch auch da liegt ein wenig der Knackpunkt: Anscheinend war Rose überall mit verwickelt in die Geschichte, sodass es ein wenig „unglaubwürdig“ wirkte.

„‚Warum musste man ein ganzes Volk auslöschen, das für niemanden eine Bedrohung war?‘
Diese Frage habe ich einmal Elie Wiesel gestellt, als er mit seiner Frau Marion bei mir im Restaurant zu Abend aß. Ein wunderbarer Mann, der Auschwitz überlebt und eines der bedeutendsten Bücher des zwanzigsten Jahrhunderts, Die Nacht, geschrieben hat. Er erwiderte, man müsse an den Menschen glauben, trotz des Menschen.“ – Seite 28

Dass ich mich so wenig in die Geschichte involviert fühlte, lag auch an dem Schreibstil. Rose erzählt mir als Leserin ihre Lebensgeschichte sehr distanziert. Ab und an kommt dann ein Satz wie „Wenn ich nur daran denke, habe ich Tränen in den Augen.“, aber das kam bei mir so nicht an. Dabei ist der Protagonistin in 105 Jahren so einiges passiert, das einem die Tränen in die Augen hätten steigen können. Die Emotionen fehlten aber gänzlich.

„Die Welt ist nicht gut durchdacht: Die Sonne geht immer dann unter, wenn man sie am dringendsten braucht.“ – S. 268

Alles in allem kann ich sagen, dass der Roman für mich eher durchschnittlich war. Der Schreibstil hat mich nicht besonders umgehauen, genauso wenig die Protagonistin und ihre Lebensgeschichte. Daher verdiente drei Punkte.

Bewertung

Einstieg in die Geschichte: 3/5
Handlung: 3/5
Charaktere und ihre Entwicklung: 3/5
Schreibstil: 3/5
Gesamt: 3/5

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