REZENSION | Haruki Murakami | „After Dark“

Ich gestehe, ich habe absolut gar keine Idee, warum ich mir dieses Buch mal gekauft habe. Sicherlich lag es an dem großen Namen auf dem Buchrücken, aber dass ich ein Buch eines mir unbekannten, japanischen Autors ausgerechnet auf Englisch kaufe, ist doch sehr komisch.

Fakten

Titel:  After Dark
Autor:  Haruki Murakami
Verlag:  Vintage Books
Reihe:  nein
Seitenzahl:  201
Erscheinungsjahr:  2007
ISBN: 987-0-099-52086-3

Rezension After Dark Haruki Murakami Fraencis Daencis
Bildrechte beim Verlag

Die Handlung des Buches ist schwer zu erfassen, denn es gibt kaum Handlung und das bisschen, das man erfährt, ist eigentlich auch eher nebensächlich. Wichtiger sind die einzelnen kleinen Geschichten, die in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft spielen, die jedoch untereinander nicht zusammenhängen. Alles spielt sich innerhalb einer Nacht ab und die Protagonistin Mari erlebt so einiges in den paar Stunden. Sie trifft einen jungen Mann, hilft einer chinesischen Prostituierten und kommt bei alldem irgendwie auch ihrer Schwester Eri näher.

Der Einstieg in die Handlung war sehr verwirrend für mich und ich merkte, dass mich das Buch durch diesen Start so gar nicht ansprach. Es gab viele tiefgehende Beschreibungen, mit denen ich nicht so ganz zurecht kam. Auch der Schreibstil ist sehr eigensinnig, denn es ist geschrieben wie eine Art Drehbuch, wobei ich als Leser einen sehr großen Abstand zu den Charakteren hatte. Zudem gab es zwischendurch regelrechte „Handlungsanweisungen“ des Autors an den Leser. Auffallend war, dass der Autor viel Wert auf Musik gelegt hat, denn immer wieder wurde beschrieben, welches Lied gerade irgendwo im Hintergrund läuft. Immerhin konnte ich zwischen den Drehbuch-Anweisungen und den Musikbeschreibungen auch ab und an versteckte, kleine Weisheiten entdecken, die für meinen Geschmack leider sehr rar gesät waren.

Our point of view, as an imaginary camera, picks up and lingers over things like this in the room. We are invisible, anonymous intruders. We look. We listen. We note odours. But we are not physically present in the place, and we leave behind no traces. – Seite 27

Über die einzelnen Charaktere werden zwischendurch immer mal wieder Informationen eingestreut, aber dennoch bleiben sie allesamt sehr unnahbar. Beim Lesen konnte ich so keine Beziehung zu ihnen aufbauen und ihr Schicksal lag mir nicht am Herzen. Das und die verwirrende Handlung haben mich aber nicht davon abgehalten, weiterlesen zu wollen, um zu erfahren, was hinter der Geschichte steckt.

Wer sich von diesen Beschreibungen nicht abschrecken lässt, der sollte sich auf das Buch einlassen, um sich selbst ein Bild davon zu machen. Und wer weiß, vielleicht entdeckt ihr euer neues Lieblingsbuch?

Bewertung

Einstieg in die Geschichte: 2/5
Handlung: 2/5
Charaktere und ihre Entwicklung: 3/5
Schreibstil: 2/5
Gesamt: 2,25/5

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