REZENSION | Jennifer Niven | „All die verdammt perfekten Tage“

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Rezension

buchhandel.de fraencisdaencis.deDu wirst dieses Buch sicherlich schon einige Male gesehen haben. Die englische Version „All the Bright Places“ hat schon Begeisterungsstürme ausgelöst und nun ist es auch auf Deutsch erschienen. Ich habe es schon bei einigen BloggerInnen und YouTuberInnen gesehen, aber da ich bisher keine Rezension gelesen oder gesehen habe, weiß ich nicht so genau, wie die Stimmung zu dem Buch hierzulande ist. Wie es mir gefallen hat, wirst du nun erfahren, aber vorher möchte ich mich noch beim Verlag bedanken, die mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Ein Mädchen lernt zu leben – von einem Jungen, der sterben will.

Ist heute ein guter Tag zum Sterben?, fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass er nicht allein ist. Neben ihm steht Violet, die offenbar über dasselbe nachdenkt wie er. Von da an beginnt für die beiden eine Reise, auf der sie wunderschöne wie traurige Dinge erleben und großartige sowie kleine Augenblicke – das Leben eben. So passiert es auch, dass Finch bei Violet er selbst sein kann – ein verwegener, witziger und lebenslustiger Typ, nicht der Freak, für den alle ihn halten. Und es ist Finch, der Violet dazu bringt, jeden einzelnen Moment zu genießen. Aber während Violet anfängt, das Leben wieder für sich zu entdecken, beginnt Finchs Welt allmählich zu schwinden… – Limes

Theodore und Violet sind zwei Jugendliche, die von außen betrachtet sehr unterschiedlich sind. Theodore ist seit der Mittelstufe der Außenseiter, kann seine Freunde an zwei Fingern abzählen und hat keine sonderlich intakte Familie. Violet hingegen ist beliebt, gehört zu den Cheerleadern und damit zu der angesagten Clique der Schule und hat eine liebevolle Beziehung zu ihren Eltern. Aber eines haben die beiden gemeinsam: Sie möchten sich beide das Leben nehmen.

Tatsache ist, dass ich von einer Krankheit befallen war, aber nicht von einer, die so einfach zu erklären ist wie Grippe. Meiner Erfahrung nach haben die Leute mehr Mitgefühl, wenn sie sehen können, wie man leidet, und zum hunderttausendsten Mal wünschte ich mir, ich hätte Masern oder Mumps oder irgendeine andere, problemlos zu begreifende Krankheit, nur um es mir leichter zu machen. Mir und allen anderen. Alles wäre besser als die Wahrheit. Seite 17

Zum ersten Mal treffen die beiden sich auf dem Glockenturm der Schule, als beide hinunterspringen wollen. Theodore rettet Violet, aber er lässt es so aussehen, als hätte die beliebte Cheerleaderin den Außenseiter gerettet. Er möchte sich das Leben nehmen, weil er depressiv ist. Theodore nennt seine depressiven Episoden den Schlaf, weil er nichts tun kann in dieser Zeit und hinterher meist keine Erinnerung mehr daran hat. Violet möchte sich das Leben nehmen, weil sie mit ihrer Schwester zusammen einen Autounfall hatte, den ihre Schwester nicht überlebte. Sie fühlt sich schuldig, aber auch allein gelassen.
Nach der Rettungsaktion bemüht sich Theodore um Violets Freundschaft, denn er spürt, dass diese ihn brauchen könnte. Er ist aufdringlich und schafft es, bei einem Geografie-Projekt ihr Partner zu werden. Die beiden sollen gemeinsam besondere Orte in ihrer Heimat aufsuchen und ihre Besuche dokumentieren.

Ich bin nicht perfekt. Ich habe Geheimnisse. Ich bin ein einziges Chaos. Das betrifft nicht nur die Ordnung in meinem Zimmer, sondern mein ganzes Ich. Niemand mag das Chaos. Alle mögen die lächelnde Violet. Seite 45

Die Geschichte von Violet und Theodore hat mich wirklich berühren können. Die Art und Weise, wie est Theodore Violet hilft und sich ihr aufdrängt, weil er weiß, dass sie ihn braucht, und wie später sich die Rollen vertauschen, hat mir sehr gut gefallen. Sowohl Theodore als auch Violet lagen mir am Herzen und ich konnte ihr Denken und Handeln gut nachvollziehen; nicht zuletzt durch die Tatsache, dass Jennifer Niven die Geschichte abwechselnd aus beiden Sichten geschrieben hat. Die Autorin hat es geschafft, feinfühlig und dennoch mitreißend eine Geschichte von Trauer, Depressionen, Familie und Freundschaft zu schreiben, die mir unter die Haut ging. Obwohl ich ab einem gewissen Punkt wusste, worauf das Ende hinauslaufen wird, hat die Handlung mich immer wieder gepackt und zu Tränen gerührt.Signatur fraencisdaencis.de

 

Fakten

Titel: All die verdammt perfekten Tage
Autorin: Jennifer Niven
Übersetzerin: Alexandra Ernst
Verlag: Limes
Reihe: nein
Seitenzahl: 400
Erscheinungsjahr: 2015
ISBN: 9783809026570
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2 Kommentare

  1. Hallo! Ich hab schon so viel über das Buch gehört und wie berührend es sein soll. Deine Rezension hat mich jetzt auch echt neugierig gemacht. Ich bin schon ein paar mal um die Englische Ausgabe herumgeschlichen und jetzt bereue ich es gerade irgendwie, dass ich mir das Buch nie mitgenommen habe. Ich denke mal, bei meinem nächsten Besuch in der Buchhandlung wird es mitwandern.
    Liebe Grüße, Jen

    • fraencisdaencis sagt

      Hallo,
      für mich war das Buch einfach klasse. Es hatte eine tolle Geschichte, auch wenn ich irgendwann vorhersehen konnte, was passieren wird, und es hat mich sehr berührt. Ich hoffe, dir wird das Buch genauso gut gefallen!
      Liebe Grüße,
      Fraencis

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