REZENSION | Joachim Dickmann | „Hier steht der ganze Mist“

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Rezension

Da mein Vater den Autor des Buches kennt, hat er das Buch aus Neugier erworben. Kaufen kann man es nur in einer kleinen Buchhandlung bei uns in der Umgebung oder aber bei amazon.

Fakten

Titel:  Hier steht der ganze Mist
Autor:  Joachim Dickmann
Verlag:  Book on Demand
Reihe:  nein
Seitenzahl:  468
Erscheinungsjahr:  2014
ISBN:  978-3-86386-798-0

Joachim Dickmann Hier steht der ganze Mist Rezension Fraencis Daencis
Bildrechte beim Verlag

Joachim Dickmann begibt sich auf eine Reise durch ausgewählte Zitate der Weltliteratur. Dies tut er in Form eines „intimen Tagebuches“ (Zitat Klappentext). Meiner Meinung nach muss man sich dessen vor der Lektüre des Buches bewusst sein. Vor allem liegt für mich die Betonung auf intim, dazu aber später mehr.

„Noch eines ist auch klar: es wird keine wissenschaftliche Abhandlung – diesen Anspruch habe ich bei weitem nicht – wie oben gesagt, es soll mir helfen, zumindest für die Zeit der Bearbeitung aus meinem unnützen Grübeln heraus zu kommen. Vielleicht erspart es mir einen Termin bei einem Psychotherapeuten, bei denen man sowieso keinen Termin bekommt, wenn man ihn braucht.“ – Seite 8

Das Buch ist so aufgebaut, dass die Zitate alphabetisch sortiert sind. Diese Zitate dienen dem Autor eigentlich nur als eine Art Stütze, an die er seine Gedanken anlehnt. Nicht zu allen Zitaten hat Joachim Dickmann etwas zu sagen, manche bleiben unkommentiert. Durch seine eigenen Gedanken erhascht man als Leser ziemlich tiefe Einblicke ins Privatleben. Ich muss gestehen, dass mir das eher weniger gefallen hat. Ich möchte nicht so genau wissen, an welchen Tag im letzten Jahr der Autor mit seiner Frau schlief oder wann ihn wieder einmal die Rückenschmerzen geplagt haben – oder besser gesagt: wann nicht. Auch einige Passagen über seine Psyche gehören für mich eher in ein wirklich privates Tagebuch und nicht in ein öffentlich zugängliches Buch.

Durch den Aufbau als Tagebuch ist seine Sprache sehr umgangssprachlich und er kommt gerne mal von „Hölzken auf Stöckchen“. Die Gedankensprünge waren oft für mich eher unpassend. Bei seinen „Tagebucheinträgen“ – sprich den Anmerkungen zu den einzelnen Zitaten – kommt oft auch eine Form der Gesellschaftskritik vor. Nicht immer stimmte ich mit den Haltungen des Autors überein, spannend waren diese seltenen Passagen dennoch.

Nun aber zu den gewählten Zitaten, die ja eigentlich das Herzstück des Buches sein sollen. Die meisten von ihnen fand ich gut gewählt, manche von ihnen fand der Autor anscheinend so gut, dass sie doppelt ins Buch gekommen sind.

„Wer einen will zur Ader lassen, der muss ihn auch verbinden können. (Sprichwort)“ – Seite 32

Bewertung

Meiner Meinung nach hätte der Autor sich besser auf weniger Zitate beschränken und bei diesen seine Gedanken etwas ausweiten sollen. So hatte ich stellenweise das Gefühl, er möchte das Buch nur schnellst möglich fertig bekommen. Ebenso hätte ich es passender gefunden, wenn die Zitate nicht alphabetisch, sondern thematisch sortiert gewesen wären. So wäre ein eindeutiger roter Faden in dem Buch gewesen und der Autor hätte so Dopplungen vermeiden können.

Alles in allem war es ein Buch, welches ich nur bedingt empfehlen kann. Einige Gedankengänge waren wirklich gut, aber die privaten Dinge waren für mich zu intim und hätten nicht in das Buch gemusst. Daher gebe ich dem Buch 2 Sterne.

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