REZENSION | John Green | „Eine wie Alaska“

Ich habe so viel Gutes von dem Buch gehört, aber kam bisher nicht dazu, es zu lesen. Nun habe ich es letzten Monat auf meine Leseliste gepackt, damit ich es endlich anfange. Leider habe ich es im Oktober nicht mehr beenden können, aber dafür jetzt.

Fakten

Titel: Eine wie Alaska
Autor: John Green
Verlag: Reihe Hanser
Reihe: nein
Seitenzahl: 299
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN: 978-3-423-62403-9
Bewertung: 5/5

 

alaska

Inhalt

Der 16 Jahre alte Miles – der ein Faible für die letzten Worte berühmter Menschen hat – beschließt, auf das Internat zu gehen, das auch sein Vater besuchte. Dort trifft er auf den Colonel, mit dem er sich sein Zimmer teilt. Dieser führt Miles in das Leben in Culver Creek ein und macht ihn mit seinen Freunden Takumi und Alaska bekannt. Die vier hocken viel zusammen, hecken Streiche aus und Miles erlebt, was es heißt, ein Jugendlicher zu sein – mit allen Höhen und Tiefen, die dazu gehören.

Meine Meinung

Der Protagonist Miles war mir von Beginn an sympathisch. Er hat in seiner alten Schule nicht viele Freunde, ist eher der stille Außenseiter. Seine Vorliebe für letzte Worte tut da ihr Übriges. John Green hat es geschafft, seine Charaktere liebevoll zu gestalten. Die fünf Freunde, um die es in dem Buch geht, sind allesamt auf ihre eigene Art besonders – und haben alle einen leichten Knacks.
Ich las gerne die Biografien von Schriftstellern, selbst wenn ich nie ein Buch von ihnen gelesen hatte (wie im Fall von Rabelais). Der Satz, den ich suchte, stand am Ende des Buches, ich hatte ihn mit Textmarker unterstrichen. (“KEIN TEXTMARKER IN MEINEN BÜCHERN”, hatte Dad tausendmal gesagt. Aber wie sollte ich sonst je was wiederfinden?) – Seite 9f
Culver Creek ist ein Internat, wie man es sich vorstellt. Es gibt die “Tagestäter”, die an den Wochenenden nach Hause fahren, und die eher armen Schüler, die nur in den Ferien ihre Familien besuchen. Es werden sich Streiche gespielt und als Neuer wird man erst einmal auf die Schippe genommen. Es wird heimlich geraucht und getrunken – so, wie man sich das Leben auf dem Internat nun mal vorstellt.
Ich fing mit Rauchen an, weil ich erstens allein am See in einer Hollywoodschaukel saß, zweitens ein Päckchen Zigaretten hatte, und drittens, weil ich fand, wenn alle anderen Zigaretten rauchen konnten, ohne sich die Lunge au dem Hals zu husten, dann konnte ich das verdammt noch mal auch. Kurzum, ich hatte keinen besonders guten Grund. Also belassen wir es bei viertens, wegen der Mücken. – Seite 26f
Die Geschichte an sich steht erst einmal nicht im Vordergrund. Wichtig ist die Freundschaft, die sich zwischen Pummel, wie Miles genannt wird, dem Colonel, Takumi, Alaska und Lara aufbaut. Es ist spannend zu sehen, wie das Freundschaftsgefüge sich ordnet, wer das Sagen hat, und welche Werte wem wichtig sind. Zusammen denken sie sich Streiche aus, erleben die erste Liebe, streiten sich, machen Verbotenes und ziehen sich gegenseitig aus dem Schlamassel. Mir hat es richtig Spaß gemacht, die Entwicklungen mitzuerleben. Dabei konnte ich auch viele Male sehr laut lachen – zum Leidwesen der anderen Zugreisenden ;)
Der Colonel lachte wieder, und ich fragte mich, warum er seine Freundin nicht in Schutz nahm. Selbst wenn meine Freundin eine Jaguar fahrende Zyklopin mit Vollbart gewesen wäre – ich wäre dankbar, dass ich überhaupt eine hätte. – Seite 34
Alaska, die neben Miles eine wichtige Rolle in dem Buch spielt (wie man an dem Titel schon erkennen kann), ist von vorneherein nicht gut zu durchschauen. Sie ist die Unnahbare mit den Geheimnissen. Sie weiß, wo man ungestört rauchen kann, kann einem Alkohol und Zigaretten verkaufen und hat die besten Streiche auf Lager. Zwischendurch lässt sie durchblicken, dass sie kein leichtes Leben hat. Mit all ihren Stärken und Schwächen verdreht sie Miles den Kopf. Sie ist das Gegenteil von Miles: Er ist ruhig und schert sich nicht großartig um das, was um ihn rum passiert. Alaska ist laut, stürmisch, launisch. Sie weiß was sie will und wie sie es bekommen kann. Gerade diese Gegensätze machen die Geschichte zwischen den Jugendlichen sehr spannend und führen schlussendlich auch zu einer Wendung in der Handlung, die ich nicht erwartet hätte.
Also ging ich zurück in mein Zimmer, legte mich ins Bett und dachte, wenn Menschen Niederschlag wären, wäre ich Nieselregen und sie wäre ein Hurrikan. – Seite 122

Fazit

Mir hat das Buch außerordentlich gut gefallen. Ich konnte lauthals lachen und mich köstlich amüsieren, war schockiert über eine Wendung, die ich so nicht hab kommen sehen, und wurde durch das Ende fast zu Tränen gerührt. Absolute Leseempfehlung!
Hast du das Buch auch schon gelesen? Wie erging es dir beim Lesen?

2 Replies to “REZENSION | John Green | „Eine wie Alaska“”

  1. Hallöchen Fräncis Däncis,

    ooohhh, ich glaube, das Buch ist ganz nach meinem Geschmack.

    Ich liebäugle schon länger damit und hatte es schon so oft in der Hand. Das nächste Mal muss ich mal zugreifen :-)

    Einen schönen Abend wünsche ich dir
    Lena

    1. Hallo Lena,

      wenn du sowieso schon drumherum schleichst, dann würde ich dir auf jeden Fall zum Buch raten! :) Sag Bescheid, wie du es gefunden hast!

      Liebe Grüße,
      Fraencis

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