REZENSION | Lauren Oliver | „Panic – Wer Angst hat, ist raus“

Das war das #BookCircle Buch des Monats Februar. Leider hatte ich das beim Erstellen der Leseliste nicht so ganz auf dem Schirm, weshalb ich erst gegen Ende des Monats dazu kam, das Buch zu lesen. Beendet habe ich es dann schließlich Anfang März.

Fakten

Titel:  Panic – Wer Angst hat, ist raus
Autorin: Lauren Oliver
Verlag:  Carlsen
Reihe: nein
Seitenzahl:  365
Erscheinungsjahr:  2014
ISBN:  978-3-551-58329-1

Panic - Wer Angst hat, ist raus
Bildrechte beim Verlag

Zunächst wollte ich das Buch nicht lesen, denn ich muss sagen, dass ich kein großer Fan von Mutproben bin. Als das Buch dann jedoch vom #BookCircle für den Monat Februar ausgewählt wurde, habe ich mir gedacht: Liest du es doch. Meine Erwartungen waren aber von Beginn an nicht sehr groß und ich dachte, dass ich es wahrscheinlich nicht mögen würde. Wie habe ich mich da getäuscht…

Der Anfang schmeißt einen direkt ins kalte Wasser, was ich sogar im übertragenen Sinn meine, denn schließlich ist die erste Mutprobe der Sprung von einer Klippe in den Baggersee. Heather, die Protagonistin, hatte eigentlich nicht vor, zu springen, doch da sie von ihrem Freund Matt sitzen gelassen wurde, der jetzt vor ihren Augen ein anderes Mädchen küsst, dreht sie etwas durch und entschließt sich spontan dazu, doch zu springen. Mit diesem Sprung bestätigt man seine Teilnahme an dem Spiel Panic. Der diesjährige Jackpot ist so hoch wie nie und die Spieler setzen alles daran, um das Geld zu gewinnen. Die Spielregeln sind recht einfach: Jeder, der Angst zeigt, ist raus aus dem Spiel. Die Mutproben gehen den ganzen Sommer über und am Ende steht das Duell. Keiner redet darüber und keiner weiß, wer die beiden Punktrichter sind, die sich die Prüfungen ausdenken.

Da ich Mutproben nicht gut finde und auch nicht verstehen kann, warum man sie macht, hatte ich auch bei der Lektüre des Buches ab und an so meine Schwierigkeiten mit den Aufgaben, die die Spieler von Panic machen mussten. Auch konnte ich nicht nachvollziehen, warum sie überhaupt daran teilnehmen. Klar, das hohe Preisgeld ist verlockend, aber nicht so sehr, dass ich mich dafür in Lebensgefahr bringen würde. Auch dann nicht, wenn ich einem kleinen, amerikanischen Dorf wohnen würde und mir ein heißer, langweiliger Sommer bevorstehen würde. Ich hatte das Gefühl, dass die Prüfungen ziemlich unverhältnismäßig sind, gerade zum Ende hin. Zudem fand ich es komisch, dass die Polizei dem Ganzen angeblich kein Ende setzen können, weil sie die Jugendlichen nicht erwischen. Das war sehr unrealistisch, da manche Ankündigungen doch sehr auffallend waren. Aus diesen Gründen habe ich für die Handlung auch nur gute drei Punkte vergeben.

Wir verfolgen Heather und ihre beste Freundin Nat, die sich beide für das Spiel qualifiziert haben. Während Nat das Geld möchte, um als Schauspielerin in Los Angeles durch zu starten, will Heather den Gewinn nur, um endlich aus dem Dorf Carp rauszukommen. Bishop, Heathers bester Freund, findet das Spiel gar nicht gut, fährt die beiden aber zu den Mutproben, um ihnen zur Seite zu stehen. Schon bei der ersten Mutprobe läuft etwas gewaltig schief und dann taucht auch noch die Polizei auf! Um der Razzia zu entgehen, wollen Nat und Heather zum Auto fliehen, doch Nat verstaucht sich den Knöchel und kommt kaum vorwärts. Aus dem Nichts taucht Dodge auf, der Außenseiter der Stufe, der ebenfalls am Spiel teilnimmt. Er hilft den beiden Mädchen und sie verstecken sich gemeinsam im Wald. So kommt es, dass er schon bald zu der kleinen Freundesgruppe dazu gehört.

Die Charaktere waren in meinen Augen sehr durchwachsen. Heather war zu Beginn noch sehr naiv und hatte eine eingeschränkte Sicht auf die Dinge. Doch sie hat im Lauf der Geschichte eine unglaubliche Wandlung hinter sich gebracht, die auch von den anderen Figuren nicht unentdeckt bleibt. Sie war definitiv meine favorisierte Person in dem Buch und ich habe mit ihr mitgefiebert, nicht nur das Spiel betreffend. Nat war mir am Anfang sehr unsympathisch und es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, was sie antreibt und warum sie so ist, wie sie ist. Leider hat man nicht so viel von ihr erfahren, sodass ich nicht alles verstehen konnte. Dennoch war ich ihr am Ende freundlicher gesinnt als noch zu Beginn. Dodge war in meinen Augen ein sehr einfach gestrickter Charakter. Schnell war mir klar, was seine Beweggründe sind. Trotzdem fand ich es interessant zu sehen, wie er mit den anderen interagiert und was sich in seinem Kopf abspielt. Bishop hingegen war der Charakter, der für mich ganz lange Zeit undurchschaubar war. Was treibt ihn an? Was geht in ihm vor? Ich wusste es sehr lange nicht. Doch dann hatte ich, zeitgleich mit einer anderen Figur aus dem Buch, ein kleines Aha-Erlebnis und mir fiel es wie Schuppen von den Augen. Von da an war ich noch viel mehr fasziniert von diesem unscheinbaren Jungen, der vieles für seine beste Freundin Heather tun würde.

Insgesamt gesehen haben mich die Charaktere des Buches am meisten von sich überzeugen können. Die Handlung war okay, aber alles in allem nicht so mein Geschmack was die Mutproben angeht. Der Schreibstil war sehr gut, aber nicht überragend. Ich wollte immer weiter lesen und war leicht frustriert, als ich dann plötzlich aus dem Zug aussteigen musste. Im Endeffekt hat es aber nicht lange gedauert, bis ich das fesselnde Buch beendet hatte.

Bewertung

Einstieg in die Geschichte: 4/5
Handlung: 3/5
Charaktere und ihre Entwicklung: 5/5
Schreibstil: 4/5
Gesamt: 4/5

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