REZENSION | Matthias Sachau | „Wir tun es für Geld“

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Rezension

Dieses Buch habe ich von meiner ältesten Schwester bekommen und habe es Ende letzten Monat gelesen. Ich habe erwartet, ein unterhaltsames Buch zu lesen mit einer etwas kitschigen Liebesgeschichte und vielen Momenten des Lachens. Ob ich das auch alles bekommen habe?

Fakten

Titel: Wir tun es für Geld
Autor:  Matthias Sachau
Verlag: ullstein
Reihe:  nein
Seitenzahl:  350
Erscheinungsjahr:  2010
ISBN:  978-3-548-28144-5

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Bildrechte beim Verlag

Lukas und Ines wohnen schon lange zusammen in einer WG. Zuerst noch mit einem dritten Mitbewohner, aber nun sind sie nur noch zu zweit. Während Lukas sich mit einem Job als Teilzeit-Herrenunterwäscheverkäufer über Wasser hält, hat Ines einen guten Job und verdient viel Geld. Eines Tages rechnet sie aus, dass sie ziemlich viele Steuern bezahlt. Wenn sie ihren Freund heiraten würde, der ebenfalls gut verdient, würde das nichts ändern. Würde sie aber Lukas heiraten, der ein geringes Einkommen hat, dann würde sie so einiges sparen. Aus dieser Idee wird irgendwann ein handfester Plan und die beiden heiraten. Alle aus dem Freundeskreis wissen Bescheid, sodass Ines und Lukas ihre Leben unverändert weiter leben können. Doch dann zieht unter ihnen ihr Finanzbeamter Ekkehard Stöckelein-Grummler ein und freundet sich mit dem „Paar“ an. Plötzlich wird alles viel komplizierter. Ob das funktionieren kann?

Seltsam, mich hat nie jemand gefragt, ob ich Ines schön finde, und ich weiß auch nicht, was ich darauf geantwortet hätte. Ines schön? Sie ist einfach meine Mitbewohnerin, sorgt für Ordnung, erheitert mich mit sarkastischen Bemerkungen und ist der Garant dafür, dass die Miete pünktlich bezahlt wird. Und das schon seit über acht Jahren. Schön? Da verliert man mit der Zeit den Blick für. – Seite 6

Die Charaktere in der Geschichte sind zum Schießen komisch.Natürlich sind alle Figuren etwas überspitzt dargestellt, aber das war in meinen Augen kein Problem. Lukas hat mich manchmal an den Rand des Wahnsinns getrieben, weil er in einigen Situation doch sehr dämlich war. Er lässt sich von seiner Freundin Vanessa benutzen und das schon über Jahre hinweg. Lukas verhielt sich so oft wie ein frisch verliebter Teenager, so oft konnte ich mir gar nicht die Haare raufen. Ines und ihr Freund Bernd sind aber auch eine Nummer für sich. Beide arbeiten hart und viel, daher sehen sie sich sehr selten. Aber anscheinend ist das auch besser so, denn sie können nicht allzu lange aufeinander hocken. Beide Beziehungen sind in meinen Augen ein wenig unreif, aber das ist für die Entwicklung der Geschichte natürlich gar nicht so verkehrt.

Der Finanzbeamte Ekkehard ist mit Abstand meine Lieblingsfigur in diesem Roman. Er lebt in seiner eigenen Welt, die bestimmt wird von teuren Musikanlagen und Schallplatten. Diese Leidenschaft springt auch auf Ines über und schon bald haben Lukas und Ines das Gefühl, dass sie Ekkehard lebenstauglich machen müssen. Der kann nicht einmal das einfachste Gericht kochen und hat einen Hang dazu, alles kaputt zu machen. Die anderen Freunde des Schein-Ehepaares sind zwar ganz nett gestaltet, halten sich aber eher im Hintergrund. Für mich war es okay, denn die Geschichte brauchte diese Nebencharaktere nicht unbedingt.

Als ob der Standesamttermin nicht schon peinlich genug gewesen wäre. Aber klar, dass ein Vollblut-Schauspieler wie Viktor sich keine Gelegenheit entgehen lässt, in die Pfarrerrolle zu schlüpfen, in der er im Stadttheater gerade überwältigende Erfolge feiert, obwohl es nur eine Nebenrolle ist, und auch klar, dass Karoline ihr bis dato aufwendigstes Brautkleid nur zu gerne mal an ihrer besten Freundin sehen wollte. – Seite 11

Die Handlung ist recht einfach gestrickt und schnell zu durchschauen. Schon nach den ersten Seiten war mir klar, worauf das Ganze hinauslaufen wird. Das tat der Unterhaltung aber keinen Abbruch, denn das Buch hat so einige witzige und kuriose Situationen parat. Wahrscheinlich kannst auch du dir schon denken, was genau im Laufe der Geschichte passieren wird, aber ich möchte hier nichts vorweg nehmen.

Und um das Glück perfekt zu machen, ist vor ein paar Monaten auch noch Vanessa in die leerstehende Erdgeschosswohnung in unserem Haus eingezogen. Das ist wunderbar für unsere Beziehung. Dass sie gleich zwei Tage nach ihrem Einzug auf ihrer Terrasse mit Fitnessstudio-Toni rumgeknutscht hat, und das, obwohl sie genau wusste, dass ich es von meinem Zimmer aus sehen kann, war natürlich ein doofer Zwischenfall, aber wir sind dabei, uns wieder zu versöhnen. – Seite 23

Der Schreibstil ist nicht besonders gut, aber auch nicht schlecht. Ich war gut unterhalten und das ist die Hauptsache bei dieser Art von Buch. Auffallend ist nur, dass der Autor zu langen Sätzen neigt, was mich aber nicht gestört hat – es waren ja keine seitenlangen Bandwurmsätze.

Bewertung

Einstieg in die Geschichte: 4/5
Handlung: 4/5
Charaktere und ihre Entwicklung: 4/5
Schreibstil: 3/5
Gesamt: 4/5

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