REZENSION | Pierce Brown | „Red Rising“

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Rezension

buchhandel.de Pierce Brown Red RisingDas erste Mal hörte ich von dem Buch auf dem YouTube-Kanal von Peachgalore (»hier geht es zu ihrem Kanal). Sie hat mich sehr neugierig auf das Buch gemacht, sodass ich es als Rezensionsexemplar angefragt habe. Vielen Dank noch einmal an den Verlag, dass es mir zur Verfügung gestellt wurde!

Fakten

Titel:  Red Rising
Autor:  Pierce Brown
Verlag: Heyne
Reihe:  Band 1
Seitenzahl:  559
Erscheinungsjahr:  2014
ISBN:  9783453269576

Der junge Erwachsene Darrow ist einer der „Roten“. Sie wohnen unterhalb der Marsoberfläche und bauen das sogenannte Helium-3 ab, welches für das Terraforming genutzt werden soll. Bisher ist die Oberfläche des Mars nicht bewohnbar, doch der Einsatz der Roten soll das bald ändern. Doch dann erkennt Darrow, dass sie von den Oberen angelogen und benutzt wurden und die Elite der Weltordnung schon längst auf dem Mars siedelt: die Goldenen. Diese Ungerechtigkeit will Darrow nicht dulden und er bereitet sich auf seinen Kampf gegen die Oberschicht vor.

„Ihr tapferen Roten Pioniere des Mars – die Stärksten des Menschengeschlechts – opfert euch für den Fortschritt, um den Weg in die Zukunft zu ebnen. Euer Leben, euer Blut sind Anzahlungen für die Unsterblichkeit der Menschheit, die die Erde und den Mond hinter sich gelassen hat. Ihr leidet, damit andere nicht mehr leiden müssen.“  – Seite 32

Die Grundidee ist gar nicht mal so schlecht und mir scheint es, als hätte sie viel Potenzial gehabt. Die Umsetzung hingegen hatte in meinen Augen so ihre Schwächen. Wie bei so ziemlich allen Dystopien sind in „Red Rising“ die Menschen auch in unterschiedliche Gruppen eingeordnet, hier nach verschiedenen Farben. Die Roten sind die Unterschicht, die Armen, während die Goldenen die Welt regieren. So weit, so gut. Die Roten ahnen nichts davon, dass sie ausgebeutet werden, doch Darrows Frau Eo, die wie er sechzehn Jahre alt ist, will für ihr Volk mehr und begibt sich in den Widerstand, wofür sie mit dem Tod büßen muss. Dass auch Darrow dann den Kampf gegen das Regime aufnimmt, ist verständlich, aber eben auch Teil einer Dystopie.

Darrow kommt in einer Untergrundorganisation zurecht und wird von ihnen dann in die Akademie der Elite eingeschleust. Das erste Schuljahr besteht darin, dass 100 Schüler ausgewählt und auf verschiedene Häuster verteilt werden, die allesamt nach römischen Göttern benannt sind. Den Häusern steht ein Proktor vor, welcher den jeweiligen Gott darstellt. Die Schüler werden in ihre Burgen eingewiesen und müssen versuchen die anderen Burgen zu erobern. Was dann passiert hat unglaublich viel Ähnlichkeit mit „Die Tribute von Panem“ und ist geprägt von einer in meinen Augen sinnlosen Brutalität. Mir fehlte zwischenzeitlich der Sinn und auch das Ziel hinter dem Ganzen, die sich mir auch nicht gegen Ende erschlossen. Das Ende an sich mochte ich hingegen, denn es ließ darauf hoffen, dass die Geschichte in den weiteren Bänden Fahrt aufnimmt und auch einen Sinn bekommt.

„‚Stell dir einen Tisch voller Flöhe vor‘, erklärt er. ‚Die Flöhe springen immer wieder in unbekannte Höhen hinauf. Dann kommt jemand vorbei und stellt eine Glasglocke über die Flöhe. Wenn sie jetzt springen, stoßen sie gegen das Glas und kommen nicht mehr so hoch. Dann nimmt der Mann die Glocke weg, und die Flöhe springen trotzdem nicht höher, weil sie sich daran gewöhnt haben, weil sie glauben, die Glasdecke wäre immer noch vorhanden.'“ – Seite 97

Ich hatte während der Lektüre des Buches so meine Probleme mit dem Protagonisten des Buches, Darrow. Mal benimmt er sich wie ein Jugendlicher mitten in der Pubertät und dann ist er urplötzlich wieder sehr reif. Durch das „Spiel“ in der Akademie hat er aber eine großartige Entwicklung durchgemacht, die dennoch nicht darüber hinwegtäuschen konnte, dass sein Charakter immer noch etwas platt war. Doch sein Auftreten zum Schluss macht mir Hoffnung, dass ich mit ihm im Folgeband warm werde.

Bewertung

Einstieg in die Geschichte: 4/5
Handlung: 3/5
Charaktere und ihre Entwicklung: 3/5
Schreibstil: 4/5
Gesamt: 3,5/5

Es bleibt zu sagen, dass es ein durchschnittlicher Auftakt einer Dystopie war, die auf mehr hoffen lässt.

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