REZENSION | Sarah Ockler | “Verlieb dich nie in einen Vargas”

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Rezension

Endlich ist es soweit: Die erste Rezension im Jahr 2014 ist online! Da mich übrigens wiederholt Leute darauf angesprochen haben, dass meine kursive Schrift nicht so gut lesbar ist, habe ich sie einfach in den gleichen Farbton gesetzt wie die Links, wenn man mit der Maus drüber fährt. Ich hoffe, euch gefällt nicht nur die neue Farbe der kursiven Texte, sondern auch die Rezension!

Allgemeine Informationen

Titel: Verlieb dich nie in einen Vargas
Autorin: Sarah Ockler
Verlag: cbt
Reihe: nein
Seitenzahl: 417
Kaufmöglichkeiten: Buch | eBook

Klappentext

Wenn dein Glück den falschen Namen trägt

Jude Hernandez hat eine Menge von ihren Schwestern gelernt, aber die wichtigste Regel lautet: Verlieb dich nie in einen Vargas! Sogar einen Blutseid hat sie darauf geschworen. Jetzt lebt Jude als einzige der Schwestern noch bei ihren Eltern, es ist der letzte Sommer vor dem College. Um ihren kranken Vater aufzuheitern, hat sie einen jungen Mechaniker angeheuert, der das Vintage-Motorrad ihres Vaters reparieren soll. Kann sie etwas dafür, wenn er gut aussieht? Und unerwartet süß ist? Und Emilio Vargas heißt? Schließlich handelt es sich um eine reine Geschäftsbeziehung und von einer Vargas-Flirtattacke lässt sie sich schon mal gar nicht durcheinander bringen. Aber Judes eiserne Abwehr erhält erste Risse. Wird zum dritten Mal ein Vargas das Herz einer Hernandez brechen?” via

Erwartungshaltung

Auf vielen Blogs hatte ich dieses Buch schon gesehen und für mich entschieden: Das möchte ich auch lesen. Ich hatte vor allem viele positive Stimmen gehört, sodass ich natürlich von “Verlieb dich nie in einen Vargas” erwartet habe, dass ich gut unterhalten werde und auch, dass es mir gefallen wird.

Cover

Ich finde das Cover eher misslungen. Zunächst mag ich persönlich es nicht, wenn Menschen auf dem Titelbild zu sehen sind. Aber das ist etwas Persönliches. Doch das Cover suggeriert, dass es eine leichte Geschichte ist, in der es um die erste Liebe in Teenagerjahren geht. Dass dieses Buch aber noch viel mehr zu bieten hat, merkt man dem Cover nicht an!

Inhalt

Jude Hernandez hat in diesem Sommer ihren Abschluss gemacht und wird im Herbst auf das College gehen. Sie ist die jüngste von vier Schwestern (dieses Detail fand ich super!), wohnt aber als Einzige noch zu Hause, da sie ein Nachzügler war. Doch im Gegensatz zu ihren ehemaligen Mitschülern kann sie ihren freien Sommer vor dem College nicht genießen. Ihr Vater ist an frühzeitigem Alzheimer erkrankt und sie kümmert sich um ihn, während ihre Mutter arbeiten geht. Noch geht es ihrem Vater relativ gut und hat nur ab und an Aussetzer. Um ihrem Vater zu helfen, will Jude mit ihm zusammen sein altes Motorrad reparieren. Da sie beide das alleine nicht hinbekommen, heuern sie im ortsansässigen Motorradladen einen jungen Mechaniker an, Emilio Vargas. Doch erst, als alles abgemacht ist, bemerkt sie, wer der Mechaniker ist. Es ist der Junge, vor dem sie immer von ihren Schwestern gewarnt wurde. Was es sich mit dieser Warnung auf sich hat, und warum Jude versucht, diesen charmanten jungen Mann nicht toll zu finden, erfahrt ihr im Buch.

Schreibstil

Der Schreibstil der Autorin ist nicht besonders, aber er passt perfekt zu der Handlung. Sie benutzt keine Wörter, die auf meiner persönlichen Blacklist stehen und das ist für mich ein großer Pluspunkt. Zudem lässt sie den Lesern auch an den Gedanken der Protagonistin teilhaben, in dem diese in kursiver Schrift geschrieben sind.

Notizen

Ich wusste schon vor dem Lesen ungefähr, worauf ich mich einlasse – dachte ich zumindest! Das Buch hat mich einfach umgehauen, da es einfach so viel mehr bietet außer der Jugendliebe. Es geht um viele ernste Themen, um Familienband, um Freundschaften und ja, auch um die Liebe.

Bevor ich jetzt auf die Liebesgeschichte eingehe, möchte ich erst einen anderen Aspekt eingehen: die Freundschaften, die in dem Buch thematisiert werden. Christina und Zoe sind Judes beste Freundinnen, teils schon seit klein auf. Doch seitdem ihr Vater an Alzheimer erkrankt ist, und auf einem Schulfest einen Aussetzer hatte und einen Wutanfall bekam, meiden die beiden Mädchen das Thema rund um die Krankheit und fragen auch nicht, wie es Judes Vater geht. Auch können die beiden nicht verstehen, warum Jude so wenig Zeit für sie hat, aber dafür so viel Zeit mit ihrem Vater verbringt. Dieses Verhalten finde ich für zwei Mädchen, die eigentlich die besten Freundinnen von Jude sind, ziemlich mies und unverständlich. Es sind einige Situationen gewesen, in denen ich nur noch traurig den Kopf schütteln konnte beim Lesen, da es mir für Jude so unendlich leid tat. Es ist einfach schade, die Entwicklung in der Freundschaft mit zu verfolgen.

Obwohl ihre Schwestern die Vargas-Brüder immer als die schlimmsten von allen dargestellt haben und Jude von Kindesbeinen an mit dieser Einstellung – und sogar einem Schwur! – aufgewachsen ist, fällt es ihr schwer, dies zu glauben, als sie Emilio, den jüngsten Spross der Familie, näher kennen lernt. Als ihr Vater im Beisein von Emilio einen Aussetzer hat, hat Jude Angst, dass der Mechaniker vom Projekt abspringt, doch der geht ganz gelassen mit der Krankheit des Hernandez-Familienoberhauptes um, obwohl er keine Details kennt. Das hat ihn in meinen Augen direkt sehr sympathisch gemacht, aber auch bei Jude kann er mit diesem Verhalten punkten, welches ihn sehr von ihren Freundinnen abgrenzt. Die Verhältnis zwischen den beiden Jugendlichen entwickelt sich von harmlosen Geplänkel und kleinen Flirts hin zu einer reifen Beziehung, in der auch ernste Aspekte und Probleme thematisiert werden.

Neben dem Thema Freundschaft und der Liebe geht es in dem Buch auch um Familie, vor allem um familiären Zusammenhalt in Notlagen. Zunächst einmal finde ich es klasse, dass es in dem Buch um vier Schwestern geht, schließlich bin ich selbst die dritte von vier Schwestern. Aber das ist nur so ein persönlicher Aspekt am Rande. Die vier Mädels und auch die Eltern sind alle wunderbar ausgearbeitet charakterlich von der Autorin, sodass man direkt ein Bild der Personen vor Augen hat. Die Geschwister sind alle unterschiedlich und jede hat so ihre positiven und negativen Seiten, wie im wahren Leben auch. Das macht das Zusammenspiel der Mädels spannend. Die Eltern sind auch liebevoll gestaltet und die Beziehung der beiden ist rührend, gerade vor dem Hintergrund der Erkrankung.

Zitate

“Ruhe folgte auf den Sturm, eine vorübergehende Entspannung, falsch und trügerisch. So und nicht anders herrschte El Demonio.” – Seite 45

“Fuck yeah. Unser Vater war ein unerschrockener Hurensohn.” – Seite 302

“’Te quiero, Papi’, flüsterte ich. ‘Ich dich auch, Jude.’ Seine Stimme klang erschöpft und belegt von den Medikamenten, aber er hatte meinen Namen gesagt, da war ich mir sicher, und ich klammerte mich an diese Worte und verstaute sie in meinem Herzen. Leck mich, Alzheimer.” – Seite 313

Autorin

Sarah Ockler lebt mit ihrem Mann in New York, und weil sie immer noch an den Spätfolgen ihrer turbulenten Teenagerjahre leidet, hat sie sich aufs Verfassen von Jugendbüchern spezialisiert. Ihre Romane wurden in der Presse gefeiert und haben zahlreiche Auszeichnungen erhalten, u.a. ALA’s Best Fiction for Young Adults.

Fazit

In meinen Augen ein absolutes Muss, nicht nur für Fans von Liebesgeschichten und Jugendbüchern, sondern auch für die Leser, die gerne sich mit ernsteren Themen befassen.

{ 5/5 Punkte }


Dieses Buch ist ein absoluter Anwärter auf meinen persönlichen Valentinsschatz: { AKTION } Valentinstag – Welche Liebesgeschichte ist euer Valentinsschatz?

Wenn ihr wissen wollt, welche Liebesromane ich bisher auf meinem Blog rezensiert habe, dann klickt auf das Label “Liebesroman” oder hier.

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