„Smoke“ von Dan Vyleta

Der Fantasyroman „Smoke“ von Dan Vyleta* wurde einige Zeit lang stark beworben. So bin auch ich auf die Geschichte aufmerksam geworden. Nachdem ich die Kurzbeschreibung gelesen hatte, war ich neugierig auf den düster anmutenden Roman. Ich habe „Smoke“ jetzt im Urlaub gelesen und wie das Buch mir gefallen hat, erfahrt ihr in dieser Rezension.

Inhaltsangabe

Wie sähe eine Welt aus, in der jede Sünde, jeder dunkle Gedanke sichtbar wäre? Smoke entführt den Leser in ein England vor hundert Jahren, in dem jede Verfehlung mit Rauch bestraft wird, der dem Körper entweicht. Auch Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, werden immer wieder durch Rauch-Attacken gebrandmarkt, wenn sie den strengen Schulregeln nicht genügen. Doch dann finden sie – fast zufällig – heraus, dass die Gesetze des Rauchs längst nicht für alle gelten. Wieso gibt es böse Menschen, die nicht von Ruß befleckt sind? Und welche Rolle spielt der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen ihrer Zeit? Auf der Suche nach der Wahrheit begeben sich die Freunde auf eine dramatische Reise voller riskanter Abenteuer und düsterer Intrigen und rufen damit schon bald mächtige Feinde auf den Plan … carl’s books

Rezension

Schon nach den ersten Seiten hatte die Geschichte mich in seinem Bann. Zum Einen lag es daran, dass ich wissen wollte, was der Rauch denn nun ist, und zum Anderen war auch der packende Schreibstil des Autoren schuld. Die Beschreibungen in „Smoke“ sind sehr eindringlich und düster, sodass man die negativen Emotionen fast schon selbst gefühlt hat. Dan Vyletas Schreibstil hat mir jedoch nicht nur aus diesem Grund gefallen, sondern auch aufgrund der interessanten Wortspielereien, die immer mal wieder auftauchen.

Sie schrecken aus dem Schlaf, als der Zug anhält. Mechanisch schütteln sie die Decken ab und holen ihre Koffer von der Ablage, nur um festzustellen, dass sie noch gar nicht am Ziel sind. Es ist schwer zu sagen, wie viel Zeit vergangen ist, seit sie eingestiegen sind. Die Dunkelheit dringt auf sie ein, scheint eher verstärkt als gelindert durch die einsame Gasflamme, die draußen auf dem Bahnsteig in ihrem Glaskäfig flackert. Der Wind ist wie ein lebendiges Wesen, das an ihren Fenstern nach Halt sucht und Finger und Zungen durch die Ritzen schiebt.

S. 110 aus „Smoke“

Unsere beiden Protagonisten sind Charlie und Thomas, welche auf das gleiche Internat gehen und sich dort angefreundet haben. Die beiden Jungen sind in ihrem Wesen sehr unterschiedlich, aber genau das macht ihre Freundschaft aus. Charlie und Thomas werden im Laufe der Geschichte in viele Abenteuer verstrickt, aber die Beziehung zwischen den beiden nimmt keinen Schaden, sondern wächst immer mehr. Selbst, als die tugendhafte Livia auftaucht, ein Mädchen, das sie beide zu mögen scheint.

In Thomas steckt das Böse wie eine Made in einem Stück verfaultem Fleisch. Aber das alles gilt nur auf einer bestimmten Ebene, der Ebene der Wahrheit und Vernunft der Erwachsenen, der Ebene der Wissenschaft, der Theologie, der Gesetze. Es gibt noch eine andere Ebene, eine, für die ich keinen Namen habe, und auf dieser anderen Ebene ist er mein Freund. So einfach ist das.

S. 28 aus „Smoke“

Leider mochte ich nur Charlie und Thomas; die weiteren Figuren in dem Buch waren mir alle aus unterschiedlichen Gründen unsympathisch. Ihr Lehrer Renfrew war zwar eine interessante Persönlichkeit, jedoch waren seine Beweggründe schleierhaft und mit jedem Detail seiner persönlichen Geschichte mochte ich ihn immer weniger. Er sieht in der Sünde eine Krankheit, die er mithilfe der Wissenschaft ausmerzen will. Direkt zu Beginn lernen wir ihren Mitschüler Julius Spencer kennen. Er ist ein Streber durch und durch, jedoch ist er hinter dem Rücken der Lehrer ein absoluter Fiesling. Er wird im weiteren Verlauf von „Smoke“ zu einer eher tragischen Figur, dennoch hatte ich kein Mitleid mit ihm. Später lernen wir dann seine Mutter Lady Naylor kennen, welche auch Thomas‘ Tante ist. Sie versucht, genauso wie Renfrew, herauszufinden, was es mit dem Rauch auf sich hat. Mir war sie von Anfang an nicht geheuer, denn auch ihre Beweggründe blieben im Unklaren. Selbst am Ende der Geschichte, in dem sie eine große Rolle spielt, war mir immer noch nicht klar, was genau sie denn da eigentlich getan hat.

Rauch ist ansteckend. Er gebiert sich selbst. Menschen sind für ihn nichts als Wirte. Und in London gibt es eine so hohe Dichte an Menschen wie nirgendwo sonst auf unseren Inseln. Hier regiert der Rauch, greift um sich, schürt Diebstahl, Ehebruch, Mord. Ernährt sich von den Säufern, den Landstreichern, den Huren. Hüllt die ganze Stadt in seinen Ruß.

S. 56 aus „Smoke“

Fazit und Empfehlung

Der Roman „Smoke“ hatte viele Stärken. Dazu zählen der fesselnde Schreibstil von Dan Vyleta und auch die Freundschaft zwischen den Protagonisten. Doch leider hatte die Handlung einige Schwachpunkte. So wusste ich nicht, wohin der Autor mit seiner Geschichte will und war am Ende des Buches genauso verwirrt, wie zu Beginn.

Fakten


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One Reply to “„Smoke“ von Dan Vyleta”

  1. Interessante Rezension! Die Geschichte macht auf jeden Fall neugierig.
    Werde ich mir merken.

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