„Vom Mann, der auszog, um den Frühling zu suchen“ von Clara Maria Bagus

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Rezension
Rezension "Vom Mann, der auszog, um den Frühling zu suchen" von Clara Maria Bagus, fraencisdaencis.de - Foto: Franziska Wilms

„Vom Mann, der auszog, um den Frühling zu suchen“ ist eine Erzählung über die Suche nach dem Lebensglück und dem wahren Ich. Nachdem das Buch einige Zeit durch die sozialen Netzwerke geisterte und mich mit seinem tollen Titelbild ansprach, war ich froh, als ich es bei NetGalley als Rezensionsexemplar anfragen konnte.

Inhaltsangabe

Es ist ein langer Winter. Ein Mann sehnt sich nach dem Frühling, als ein Vogel sich in seine Magnolie setzt und rund herum alles zum Blühen bringt. Als der Vogel wegfliegt, überlegt der Mann nicht lange und folgt dem Vogel auf der Suche nach dem Frühling – und findet dabei noch viel mehr.

Der Inhalt des Buches hat mich angesprochen und ich hatte mich schon auf das Lesen der Geschichte gefreut. Doch leider wurde mir schnell klar, dass der Schreibstil der Autorin so gar nicht mein Fall ist. Sie reiht Sätze aneinander, die in kaum sichtbaren Zusammenhang stehen. Teilweise fehlen Wörter, sodass das Lesen für mich erschwert wurde. Zudem nutzt sie so viele Metaphern und Beschreibungen, dass es mir schon zu viel war.

Der Frost bedeckte die Landschaft mit seinem Kleid aus Eis und erstickte alles Leben. Kein einziger Vogel war zu sehen, weder Bäume noch Sträucher blühten. Die Welt als Bleistiftzeichnung. Als wäre die Zeit eingefroren. Außer der klirrenden Kälte hörte man nur den Wind. Garstig fegte er über das Land, sein Atem so eisig, dass alles unter ihm erstarrte. […] Und dann, plötzlich, draußen auf dem Fenstersims ein Vogel. Bunt wie ein Malkasten. Noch nie hatte er einen prächtigeren Vogel gesehen. Er war handgroß, zierlich, und sein Gefieder leuchtete wie ein Feuerwerk.
aus „Vom Mann, der auszog, um den Frühling zu suchen“ von Clara Maria Bagus

Aber nicht nur der Schreibstil hat mir an dem Buch missfallen – wäre das der Fall gewesen, hätte es nicht nur einen Stern als Bewertung bekommen. Leider hat mir auch die Geschichte an sich so gar nicht gefallen. Der mysteriöse Mann, von dem nur wenig preisgegeben wird, rennt einfach so einem rätselhaften, frühlingsbringenden Vogel nach. Und das, weil er Sehnsucht nach dem Frühling hat. Unterwegs passieren natürlich allerlei Dinge und der Mann findet – völlig überraschend – im Laufe der Vogelsuche auch zu sich selbst. Diese Selbstfindung wird durch eine bloße Aneinanderreihung von Plattitüden verwirklicht, die irgendwann nur noch zu einem Augenrollen meinerseits führten.

Fazit und Empfehlung

Die Geschichte hat mich leider komplett enttäuscht und ich kann sie nicht weiterempfehlen. Schade!

Fakten

Titel: Vom Mann, der auszog, um den Frühling zu suchen
Autorin: Clara Maria Bagus
Verlag: Ullstein Buchverlage
Reihe: nein
Seitenzahl: 208
Erscheinungsjahr: 2016
ISBN: 9783793423072
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2 Kommentare

  1. Ach, das Buch hatte ich letztens erst in der Hand, da mich das Cover so angesprochen hat. Zum Glück habe ich es nicht mitgenommen.
    Es gibt leider ausgesprochen viele Selbstfindungs-Geschichten, die total oberflächlich und inhaltslos sind und mehr oder weniger eine Aneinanderreihung an netten Sprüchlein, wie man ihnen so oft im Internet oder auf Postkarten begegnet. Der Schreibstil hier ist ja auch gar etwas übertrieben und das sage ich als jemand, der es eigentlich gerne mal etwas ausgeschmückter mag.
    LG Jen

    • fraencisdaencis sagt

      Ich finde ausschmückende Schreibstile und Selbstfindungsbücher an sich auch nicht schlecht. Nur bei dem Buch ist beides etwas daneben gegangen, leider.

      Liebe Grüße,
      Fraencis

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