„Zorn und Morgenröte“ von Renée Ahdieh

Das Buch „Zorn und Morgenröte“ von Renée Ahdieh war eine Zeit lang auf sämtlichen sozialen Netzwerken zu sehen. Sowohl englisch- als auch deutschsprachige Leser*innen haben es gelesen und empfohlen, deshalb wurde ich neugierig darauf. Das Buch ist angelehnt an 1001 Nacht, aber da ich diese nicht kenne, wusste ich nicht, was mich erwarten würde. Ich habe bisher wenige Bücher gelesen, die in einem orientalischen Setting spielen, und habe ich mich sehr auf die Geschichte gefreut.

Inhaltsangabe

In dem Buch geht es um einen Kalifen, der jede Nacht eine junge Frau aus seiner Stadt heiratet und am nächsten Morgen hinrichten lässt. Das geht nun schon eine ganze Weile so und wir folgen Sharzad, die ihre beste Freundin durch den Kalifen verloren hat. Sharzad ist eine sehr eigensinnige und sturköpfige junge Frau, die sich in den Kopf gesetzt hat, ihre beste Freundin zu rächen. Ihren Plan kennt man nicht genau zu Beginn, sondern es wird nur klar, dass sie sich freiwillig als nächste Braut für den Kalifen melden will. Sie ist dabei fest entschlossen, den nächste Morgen zu überleben.

Nach ihrer Hochzeit ist sie erst einmal alleine in ihrem Zimmer. Später am Abend kommt Chalid, der Kalif, vorbei, um das Mädchen kennen zu lernen, das augenscheinlich freiwillig in den Tod gehen möchte. Während die beiden zusammen essen, fängt sie an, Chalid eine Geschichte zu erzählen. Als der Morgen graut, ist sie jedoch mit ihrer Geschichte noch nicht am Ende angelangt. So schafft sie es, sich ein wenig Zeit zu erkaufen, denn der junge Kalif will wissen, wie die Geschichte weitergeht und lässt Sharzad daher erst einmal am leben.

Von da an entwickelt sich natürlich eine Beziehung zwischen Chalid und Sharzad, die wir in dem Buch sich entfalten sehen. Sharzad ist eine beeindruckende Protagonistin. Ich mochte sie von Anfang an mit ihrer Starrköpfigkeit und dem Willen, ihre Pläne durchzusetzen. Dabei ist sie aber auch ihren Freund*innen und ihrer Familie gegenüber loyal und hält an ihren Prinzipien fest. Das merkt man schon daran, dass sie sich freiwillig als braut meldet, um ihre beste Freundin zu rächen. Es gibt keine Szene, in der ich Sharzad nicht mochte; im Gegenteil, mit jeder Seite mehr habe ich sie mehr gemocht und war begeistert von der Entwicklung, die sie durchläuft.

Chalid ist zu Beginn der Geschichte unberechenbar und vor allem undurchschaubar. Als Leser*in weiß man zuerst nicht, was ihn dazu bewegt, jeden Morgen seine Braut zu töten und am Abend eine andere junge Frau zu heiraten. Das erfährt man jedoch im Laufe der Geschichte und so wurde Chalid immer interessanter für mich. Ab etwa der Mitte des Buchs mochte ich ihn dann sehr gerne und habe mit ihm mit gefiebert und mitgelitten.

Die Handlung ist sehr spannend. Zuerst möchte man herausfinden, warum Chalid seine Bräute tötet. Sobald man das herausgefunden hat, gibt es aber schon etwas neues, geheimnisvolles, dem man auf die Spur kommen möchte. So geht man immer weiter in der Geschichte und es gibt immer was neues zu entdecken. Dazu kommen die Nebenhandlungsstränge, die mich auch interessiert haben. Zum einen gibt es Sharzads Freund, der sie retten möchte und dabei lauter unüberlegte Dinge – zum Teil gegen Sharzads Willen – tut. Dann gibt es noch den Vater von Sharzad und ihr Onkel, die mir beide nicht so ganz geheuer waren und mir immer unsympathischer wurden. Zu guter Letzt gibt es den Handlungsstrang rund um Sharzads Dienstmagd Despina und ihrem Liebhaber, der der Cousin von Chalid und der Hauptmann der Wache ist.

Fazit und Empfehlung

Gegen Ende passierten viele Dinge, die mich überraschen konnten, da ich sie nicht erwartet habe. Dadurch wurde das Buch nochmal um einiges besser für mich, als es eh schon war. Als Fazit kann ich sagen, dass ich „Zorn und Morgenröte“ absolut geliebt und verschlungen habe. Für mich ist es eine sehr außergewöhnliche Geschichte gewesen, die ich allen fantasybegeisterten Leser*innen ans Herz legen kann.

Fakten

Titel: Zorn und Morgenröte
Autor*in: Renée Ahdieh
Übersetzer*in: Dietmar Schmidt
Verlag: One
Reihe: Band 1 der Dilogie
Seitenzahl: 397
Erscheinungsjahr: 2016
ISBN: 978-3-8466-0020-7
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